Forum 5

Gemeindepsychiatrische Hilfen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen

Entgegen dem Leitsatz von Klaus Dörner „Die Schwächsten zuerst“ bekommen in vielen Regionen die schwächsten psychisch Erkrankten die wenigste Hilfe. Sie sind vielfach überfordert, sich ein Unterstützungssystem selbst zusammenzustellen und ihre Interessen durchzusetzen. Fachkräfte neigen umgekehrt dazu, sich leichter zu betreuende Klient*innen auszusuchen (inverse care law).

In einigen Regionen ist eine Verständigung auf eine gemeinsame Versorgungverpflichtung in „Gemeindepsychiatrischen Verbünden“ (GPV) gelungen. Entsprechend finden möglichst alle Klient*innen eine angemessene Wiedereingliederung vor Ort und scheitern nicht bereits an den Bewerbungsverfahren. Die Strukturierung der Hilfen im Dschungel unterschiedlicher Träger und Gesetze ist gemeinsame Aufgabe der Profis in stetiger Rückkopplung mit den Psychiatrieerfahrenen. Die Strukturen und Qualitätsanforderungen im GPV sollen in diesem Forum – auch anhand praktischer Beispiele – im ersten Input dargestellt und Möglichkeiten sowie Grenzen diskutiert werden.

Das Projekt „Gemeindepsychiatrische Basisversorgung“ (GBV) hat multiprofessionelle ambulante Teams in zwölf Regionen aufgebaut, die individuell erforderliche Hilfen erschließen und miteinander vernetzen. So soll eine leitliniengerechte komplexe Versorgung vor Ort erprobt werden, die auch für Menschen in schwierigen Problemlagen Halt gebend und inklusiv wirksam wird.

Beide Vorträge steuern Impulse für die anschließende Diskussion bei. Im gemeinsamen Austausch sollen Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung in geeigneten Regionen erörtert werden.

Mitwirkende

Moderation