Gesundheitsförderung und Prävention

Unter Gesundheitsförderung ist die Förderung und Stärkung der Bewältigungsressourcen zu verstehen. Prävention hingegen zielt auf die Reduktion von Belastungen ab. Gesundheitsförderung und Prävention lenken den Blick auf zwei unterschiedliche Aufgabenstellungen, greifen im Idealfall ineinander und verfolgen dabei das gleiche Ziel: Die Verbesserung der Gesundheit.

Längst ist nachgewiesen, dass die Lebensumstände Gesundheit beeinflussen. Die Ottawa-Charta zur Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation gibt den Auftrag, gesundheitsförderliche Lebenswelten zu schaffen. Neben der Förderung von Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen ist es also stets ein Anliegen, die Lebensbedingungen gesundheitsförderlich zu gestalten. Denn: Viele gesundheitliche Belastungen und Beeinträchtigungen resultieren aus einer schlechten sozialen Lage. Dies können beispielsweise schwierige Lebensbedingungen sein, z. B. beengte oder unangemessene Wohnsituation, Erwerbslosigkeit. Auch ein Mangel an Ressourcen (zu wenig Einkommen, niedrige Bildungschancen oder fehlende Bildungsabschlüsse, Mangel an persönlichen Netzwerken) beeinflussen die gesundheitliche Situation. Durch diese sozial bedingten, ungleichen Gesundheitschancen wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oft deutlich eingeschränkt.

DVSG-Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention

Mit dem Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention bietet sich die DVSG als Ansprechpartnerin für alle Fragen und Themen der Gesundheitsförderung und Prävention aus Perspektive der Sozialen Arbeit an.

Ansprechpersonen:

Prof. Dr. Anna Lena Rademaker

Prof. Dr. Katrin Liel

Hinweise zur Literatur

DVSG (2019): Das Soziale an der Gesundheit stärken. FORUM sozialarbeit + gesundheit Ausgabe 2/2019.
Hinweis: Die Fachzeitschrift ist im DVSG-passwortgeschützten Mitgliederbereich online verfügbar.

Quilling, Eike; Müller, Merle; Kruse, Stefanie (2019): Gesundheitsförderliche Schule durch stärkere Partizipation. Schüler*innen und Lehrer*innen setzen gesundheitsbezogene Projekte um. In: FORUM sozialarbeit + gesundheit. Heft 2/2019. Seiten 25-28.

Liel, Katrin (2019): Das Soziale der Gesundheit stärken. Soziale Arbeit als Profession der Gesundheitsförderung. In: FORUM sozialarbeit + gesundheit. Heft 2/2019. Seiten 6-9.

Liel, Katrin; Rademaker, Anna Lena (2018): Gesundheitsförderung in Lebenswelten. Das Präventionsgesetz mit seinen Vorgaben bietet eine Chance für die Soziale Arbeit. In: FORUM sozialarbeit + gesundheit. Heft 2/2018. Seiten 30-34.

Staats, Martin (2019): Soziale Gesundheitsarbeit - gesunde Sozialförderung. Wie finden Soziale Arbeit und Gesundheitsförderung zusammen? In: FORUM sozialarbeit + gesundheit. Heft 2/2019. Seiten 11-14.

Rademaker, Anna Lena (2021): Welche Strategien eröffnet der „Wegeweiser zum gemeinsamen Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention“ bei der Zielgruppe Jugendlicher in und nach der Pandemie? StandpunkteThema. Informationen zur Gesundheitsförderung. HAG – Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. [online] https://www.hag-gesundheit.de/medien/stp-thema (erscheint Anfang Juni).

Rademaker, Anna Lena/ Hepp, Alexandra (2021): Lebensweltorientierte Gesundheitsförderung bildungsbenachteiligter junger Menschen in der Pandemie – analoge und digitale Chancen für die Schulsozialarbeit. DREIZEHN – Zeitschrift für Jugendsozialarbeit, (erscheint Mitte Mai)

Staats, Martin (Hrsg.) (2019): Die Perspektive(n) der Gesundheitsförderung. Weinheim, Basel: Beltz Juventa

Gesundheitsförderung und Prävention in verschiedenen Praxisfeldern

Kinder- und Jugendhilfe

Das Jahr 2019 stand ganz im Sinne von Gesundheitsförderung und Prävention von Kindern und Jugendlichen. In dem Sammelband „Gesundheitsförderung und Prävention - Quo vadis Kinder- und Jugendhilfe" bilanzieren Prof. Dr. Katrin Liel (HAW Landshut) und Dr. Anna Lena Rademaker (FH Bielefeld) gemeinsam mit weiteren Akteur*innen aus Wissenschaft, Praxis, Forschung und Politik den 13. Kinder- und Jugendbericht 10 Jahre nach dessen Erscheinen. Dieser Sammelband liefert damit einen Anstoß zur weiteren Professionalisierung von Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Liel, Katrin; Rademaker, Anna Lena (2020) Gesundheitsförderung und Prävention – Quo vadis Kinder- und Jugendhilfe? Weinheim. Basel: Beltz Juventa

Online-Plattform "Mitreden – Mitgestalten"

Mit „Mitreden – Mitgestalten“ startet das Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ) einen breiten Beteiligungs- und Dialogprozess zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe. Informieren Sie sich hier über den Prozess, Ihre Beteiligungsmöglichkeiten und den Stand der Diskussionen zu den Themen der Kinder- und Jugendhilfe.

Highways to Health

In einer Flut an neuen digitalen Angeboten, Begrifflichkeiten und Ansätzen soll Highways to Health (#H2H) eine Plattform bieten, die den digitalen Wandel in der Gesundheitsförderung und Prävention beleuchtet. Wir laden Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis zu Blogbeiträgen und Podcasts ein, die sich mit unterschiedlichsten Fragestellungen zur Gesundheit im Digitalzeitalter beschäftigen. Was bedeutet die Digitalisierung für unsere Gesundheit? Wo stehen wir? Wie können und wollen wir Gesundheitsförderung und Prävention im Digitalzeitalter gestalten? Ist die Digitalisierung ein "Highway to Health"?

Wegeweiser Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen

Der „Wegeweiser zum gemeinsamen Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ wurde unter Beteiligung der DVSG mit Vertreter*innen des Gesundheitswesens, der Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwissenschaften sowie der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe entwickelt. Er soll zu einer stärkeren Zusammenarbeit und Vernetzung der beteiligten Akteur*innen beitragen.

Die Eckpunkte geben allen Beteiligten eine grundlegende Orientierung und verbessern die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Vorgesehen ist beispielsweise, dass Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche Bestandteil kommunaler Gesamtkonzepte werden, da hiermit die Lebensbedingungen und die Bedarfe der Heranwachsenden besser berücksichtigt werden können. Kinder und Jugendliche sollen an der Planung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen angemessen beteiligt werden. Ziel ist, ihnen eine möglichst große Gesundheitskompetenz zu vermitteln.

Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung

Die zwölf Kriterien für gute Praxis unterstützen seit 2003 Fachkräfte der kommunalen Gesundheitsförderung bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Angebote und fördern die Qualitätsentwicklung im Handlungsfeld. Die vierte vollständig überarbeitete Auflage der Broschüre „Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung“ (2021) des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit wurde unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse durch die Arbeitsgruppe „Qualitätsentwicklung und Good Practice“ und weiterer Expert*innen des Handlungsfeldes vollständig überarbeitet.

Kostenlose Bestellung und Download bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)