Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt: Psychosoziale Beratungsstellen verhindern Krisen und entlasten Hilfesysteme
Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) verbinden Beratung, Krisenintervention, Gruppenangebote und sozialraumbezogene Netzwerkarbeit an rund 40 Standorten in Sachsen. 2025 wurden mehr als 11.000 Menschen erreicht. Dabei fanden knapp 16.000 Einzelfallberatungen statt; zusätzlich wurden wöchentlich rund 370 Gruppenangebote durchgeführt. Die PSKB leisten damit einen wichtigen Beitrag, damit Hilfen frühzeitig greifen und belastende Krisen gar nicht erst eskalieren. „Mögliche Kürzungen in der sozialen Infrastruktur treffen nicht nur vulnerable Menschen, sondern schwächen langfristig auch Wirtschaft, Arbeitsmarkt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt – deshalb braucht die Freie Wohlfahrtspflege verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierung“, mahnt Dietrich Bauer, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen. Die Staatsregierung habe in ihrem Entwurf zum Doppelhaushalt diesen Zusammenhang erkannt.
„Psychische Erkrankungen gehören zu den großen sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Niedrigschwellige Unterstützung ist entscheidend, um Chronifizierungen, Isolation und teure Krisenverläufe zu verhindern“, so Bauer weiter. „Gerade im Bereich psychischer Gesundheit zeigt sich, dass frühzeitige Hilfe nicht nur Betroffene und Angehörige entlastet, sondern das gesamte Hilfesystem.“ Der wirtschaftliche Nutzen sei erheblich: Während niedrigschwellige psychosoziale Beratung vergleichsweise geringe Kosten verursacht, entstehen bei stationären Aufenthalten oder besonderen Wohnformen deutlich höhere Aufwendungen.
Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen hat zum Doppelhaushalt 2027/2028 im Freistaat Sachsen eine Kampagne gestartet und neben den PSKB auch bereits zur ambulanten Suchthilfe und Suchtprävention sowie zur Schwangerschafts(konflikt)beratung geäußert. Außerdem stellt die Liga zu diesen und weiteren Themen übersichtliche Factsheets zur Verfügung.