Soziale und gesundheitliche Ungleichheiten endlich überwinden: Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit feiert 20jähriges Bestehen

Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hatte gestern in Berlin zum diesjährigen Kooperationstreffen mit  Vertreter*innen aus Sozialverbänden, kommunalen Spitzenverbänden, Fachgesellschaften, der gesetzlichen Krankenversicherung, der Landes-Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit und der Kommunen ein. Bei dem Treffen wurde die bisherige Arbeit bilanziert und über künftige Schwerpunkte des gemeinsamen Vorgehens diskutiert, u. a. rund um die Themen Klima und Gesundheit, Gesundheitsförderung für Ältere sowie Good-Practice der Gesundheitsförderung. Die DVSG arbeitet bereits seit Jahren als Mitglied im Kooperationsverbund mit. Als neue Mitglieder wurden das Deutsche Zentrum für Altersfragen sowie KLUG e.V. – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit begrüßt.

Der Kooperationsverbund wurde vor 20 Jahren auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet, um gesundheitliche und soziale Ungleichheiten abzubauen. Denn wer durch Armut oder andere schwierige Lebensumstände benachteiligt ist, hat in Deutschland ein höheres Erkrankungsrisiko und eine um bis zu zehn Jahre geringere Lebenserwartung als Menschen aus besser gestellten Bevölkerungsschichten. Der Verbund unterstützt die Umsetzung von gesundheitsfördernden Aktivitäten in verschiedenen Gesellschafts- und Politikbereichen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene nach dem Grundsatz „Health in all Policies”. Mit Produkten wie den Good Practice-Kriterien und der Praxisdatenbank – der bundesweit größten Zusammenstellung von Angeboten der Gesundheitsförderung, die sich insbesondere an Menschen in schwieriger sozialer Lage richten – hat der Verbund den Grundstein für nachhaltige soziallagenbezogene Gesundheitsförderung geschaffen.

Allerdings lautet das ernüchternde Fazit nach 20 Jahren: Es bleibt noch viel zu tun! Mehr denn je scheinen grundlegende Reformen notwendig, um die vielfältigen gesellschaftlichen Brüche zu beheben, das Gemeinwesen zu stärken und Chancengleichheit zu ermöglichen. Künftig will sich der Kooperationsverbund daher noch stärker gezielt auf politischer Ebene Gehör verschaffen, um – unterstützt und getragen von seinen nun 78 Mitgliedern - für eine chancengleiche und damit gerechte Sozial- und Gesundheitsversorgung einzutreten.

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