Rechtsgrundlage zu vernetzten Hilfen für schwer psychisch Erkrankte in Kraft

Mit der am 18. Dezember 2021 in Kraft getretenen Richtlinie über die berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung insbesondere für schwer psychisch kranke Versicherte mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf (KSVPsych-Richtlinie) hat der Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die inhaltlichen und organisatorischen Details eines neu konzipierten Angebotes der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt. Damit soll insbesondere die Versorgung von schwer psychisch Erkrankten, die einen komplexen ärztlichen und therapeutischen Behandlungsbedarf haben, verbessert werden.

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung der hierfür vorgesehenen berufsgruppenübergreifenden Netzverbünde liegen jetzt vor. Für die Gründung eines Netzverbundes schließen mindestens zehn Ärzt*innen sowie Psychotherapeut*innen einen Netzverbundvertrag. Vertreten sein können die Fachdisziplinen Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Neurologie. Zudem muss ein Netzverbund über Kooperationsverträge die Zusammenarbeit mit mindestens einer stationären Einrichtung sowie mit mindestens einer Person aus den folgenden Gesundheitsberufen nachweisen: Ergotherapie, Soziotherapie, psychiatrische häusliche Krankenpflege. Netzverbundverträge und Kooperationsverträge werden von der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) geprüft und – sofern die in der Richtlinie des G-BA genannten Bedingungen erfüllt sind– genehmigt. Die KVen stellen im Internet ein öffentliches Verzeichnis der Netzverbünde bereit.

Mit Inkrafttreten der Richtlinie wird auch der Bewertungsausschuss über die Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab beraten. Er hat hierfür sechs Monate Zeit, so dass die Netzverbünde voraussichtlich ab Juli 2022 ihre Arbeit aufnehmen können.

Informationen zur KSVPsych-Richtlinie