Psychiatrie-Barometer: Internetabhängigkeit und Essstörungen bei Kindern- und Jugendlichen nehmen deutlich zu
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie nach wie vor spürbar. Auch die Häufigkeit ausgewählter Krankheitsbilder und die Nachfrage nach entsprechenden Behandlungen haben sich verändert. Im aktuellen Psychiatrie-Barometer gab über die Hälfte der befragten Krankenhäuser an, dass Essstörungen unter Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen hätten. Ebenfalls einen deutlichen Anstieg verzeichneten Internet- und Medienabhängigkeit (44 Prozent), suizidale Krisen (42 Prozent), Angststörungen (42 Prozent) und Depressionen (39 Prozent).
Gleichzeitig sieht sich die Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie laut DKI-Umfrage mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Veränderte und komplexer werdende Störungsbilder, eine zunehmende Nachfrage nach oftmals nicht vorhandenen Behandlungsplätzen sowie wachsende Lücken im Übergang in die Erwachsenenversorgung prägen vielerorts die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen. In jeweils knapp zwei Drittel der Kinder- und Jugendpsychiatrien betragen die Wartezeiten auf eine voll- oder teilstationäre Behandlung acht Wochen oder mehr.
Die Ergebnisse des Psychiatrie-Barometers 2025/2026 beruhen auf einer Befragung psychiatrischer und psychosomatischer Fachkrankenhäuser sowie Allgemeinkrankenhäuser mit psychiatrischen oder psychosomatischen Fachabteilungen. Die Befragung fand zwischen Anfang Oktober 2025 und Ende Januar 2026 statt. Beteiligt haben sich 295 Einrichtungen.