Prävention und Rehabilitation: Herausforderungen für eine sozial gerechte Gesundheitsversorgung

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zeigt deutlich: Prävention und Rehabilitation sind zentrale Stellschrauben der Sozial- und Gesundheitspolitik – und ihre Bedeutung wächst weiter. Doch die Umsetzung bleibt hinter den Bedarfen vieler Versicherter zurück. Besonders sichtbar wird dies bei psychischen Erkrankungen, die weiterhin der häufigste Grund für Erwerbsminderung sind. Gleichzeitig bestehen strukturelle Versorgungslücken, etwa bei spezialisierten Angeboten für schwer psychisch erkrankte Menschen.

Zwar verweist die Bundesregierung auf geplante Maßnahmen wie den Ü45-Check, den Ausbau digitaler Angebote und eine stärkere Verzahnung von Behandlung, Reha und Teilhabe. Doch zentrale Fragen bleiben unbeantwortet: Wie werden vulnerable Gruppen tatsächlich erreicht? Wie werden soziale Ungleichheiten im Zugang abgebaut? Und wie wird die Qualität wohnortnaher Angebote gesichert?

Besonders kritisch: Differenzierte Daten zu sozialen Gruppen fehlen weiterhin. Damit bleiben wichtige Steuerungsimpulse für eine gerechte Versorgung ungenutzt.

Für die Soziale Arbeit ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Menschen frühzeitig beraten, Zugänge erleichtern und Teilhabeprozesse verlässlich begleiten – gerade dort, wo soziale Benachteiligung den Zugang erschwert. Gleichzeitig zeigen die Datenlücken, wie groß der Entwicklungsbedarf in Forschung und Praxis bleibt.

Link zur Antwort der Bundesregierung, Bundestags-Drucksache 21/2982