Open Access: Partizipation und soziale Ausschließung

Im Transcript-Verlag ist aktuell die Dissertation von Stephanie Pigorsch als Open Access-Veröffentlichung zum Thema “Partizipation und Soziale Ausschließung. Eine Ethnografie im Kontext von Gemeinwesenarbeit” erschienen. 

Sie schreibt dazu bei LinkedIn: Aufgabe der Sozialen Arbeit ist es, die Handlungsmöglichkeiten und Ressourcenzugänge gesellschaftlich marginalisierter Gruppen so partizipativ wie möglich zu verbessern. Partizipation erschöpft sich in Gemeinwesenarbeit (GWA) und Stadtentwicklung jedoch oft in veranstalteten Partizipationsformaten, wie Nachbarschaftskonferenzen, Stadtteilforen oder Planungsworkshops. Der soziale Bias im Kontext Partizipation ist durch Forschungen breit belegt. Wer die Veranstaltungen aus welchen Gründen (nicht) nutzt, ist ein Dauerthema in der Praxis. Es wird oft argumentiert, man müsse nur die richtige Methode wählen, um Adressat*innen zu erreichen. Mich interessierte nochmal ganz grundsätzlich die Frage, was da überhaupt vor sich geht. Ich habe Situationen veranstalteter Partizipation daher ethnografisch beforscht. Es zeigte sich, dass die Formate dazu tendieren, die Handlungsmöglichkeiten der Adressat*innen entgegen der fachlichen Intention zu blockieren und stattdessen institutionelle Routinen und Arrangements zu bedienen."

Professionelle Akteur*innen inszenierten Partizipationsformate durch spezifische räumliche, technische und methodische Praktiken. Diese trügen oft zur Unsichtbarkeit und Marginalisierung bestimmter Gruppen bei, anstatt deren Teilhabe zu fördern. Soziale Arbeit agiere in einem Spannungsfeld zwischen Mitspielen, Bespielen und Nicht-Mitspielen. Ihre Praktiken spiegelten die Widersprüche wider, die zwischen partizipativem Anspruch und institutionellen Rahmenbedingungen und Routinen bestehen. Aus Sicht der Autorin ergebe sich für eine kritisch-reflexive Praxis der Gemeinwesenarbeit im Besonderen und Sozialen Arbeit im Allgemeinen die Notwendigkeit, Formate stärker aus der Perspektive der Adressat*innen “from below” zu reflektieren und auch zu kritisieren. (für LinkedIn-Nutzer*innen finden die hier den Post von Stephanie Pigorsch)

zum kostenlosen Download der Publikation