Neue Studie der Katholischen Hochschule Freiburg zeigt: Teilhabe im hohen Alter braucht digitale Zugänge
Digitale Medien erweitern soziale Räume im Alter – sie verbinden Senior*innen mit Familie, Freunden und Nachbarschaft, selbst wenn Wege und Mobilität begrenzt sind. Eine neue Studie an der katholischen Hochschule Freiburg zeigt, wie Smartphones und Tablets Alltag und Teilhabe im hohen Alter verändern. Wie bleiben ältere Menschen in Kontakt mit Familie, Freunden oder der Nachbarschaft – besonders dann, wenn Mobilität und Alltagsspielräume kleiner werden? Dieser Frage sind Tjard de Vries, Ines Himmelsbach und Michael Doh von der Katholischen Hochschule Freiburg nachgegangen. Ihr Beitrag „Die Relevanz digitaler Medien für Kommunikation und Teilhabe im höheren und hohen Alter in sozialräumlichen Kontexten“ erscheint im Sammelband „Forschen und Forschung in Kontexten des Alter(n)s – Ausblicke und Konsequenzen für die Soziale Arbeit“.
Die Forschenden zeigen, dass digitale Medien längst auch im hohen Alter eine wichtige Rolle spielen. In ihrer sozialräumlichen Studie mit Senior*innen zwischen 77 und 95 Jahren wird deutlich, dass Smartphones und Tablets neue Wege der Kommunikation eröffnen und Distanzen überbrücken. Digitale Medien schaffen demnach „hybride Räume“, in denen soziale Nähe trotz räumlicher Entfernung möglich bleibt. Die Autor*innen betonen, dass digitale Teilhabe weit über technische Fragen hinausgeht. Wer keinen Zugang zu Geräten, Internet oder Unterstützung hat, riskiert soziale Isolation. Hier sieht das Forschungsteam die Soziale Arbeit in einer Schlüssel-rolle: Sie könne digitale Inklusion fördern – etwa durch Technikberatung, Lernangebote und individuelle Begleitung.
Die Freiburger Studie zeigt, dass digitale Medien mehr sind als technische Hilfsmittel – sie schaffen soziale Räume, ermöglichen Austausch und fördern Selbstbestimmung. Damit leistet die Forschung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Alterns in einer digitalisierten Gesellschaft und weist zugleich auf eine zentrale Aufgabe der Sozialen Arbeit hin: digitale Teilhabe als Bestandteil sozialer Gerechtigkeit zu begreifen.