Kongress Armut und Gesundheit 2026
Der Kongress Armut und Gesundheit findet am 16. und 17. März unter dem Motto „Gesundheit ist politisch! Was ist uns Chancengerechtigkeit als Gesellschaft wert?“ 2026 im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin statt.
Auf dem letzten Kongress wurde die Forderung nach einer armutssensiblen und evidenzbasierten Politikgestaltung laut. Renate Antonie Krause fragte: „Warum geben wir
eigentlich so viel Geld für Studien aus, wenn es die Politik – nach Wahrnehmung der meisten Menschen – augenscheinlich nicht interessiert, was kluge Köpfe herausgefunden haben?“ Daher steht diese Frage im Zentrum des diesjährigen Kongresses
Mehr als 100 Veranstaltungen, mehr als 350 Referierende aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft sowie die Eröffnungsrede von Ilona Kickbusch, international renommierte Expertin für globale Gesundheit, prägen das Programm.
Die DVSG ist ebenfalls mit folgender Session beteiligt (Dienstag, 17. März 2026 von 12 – 13 Uhr):
Wer fällt zuerst aus dem System?“ – Gesundheitsversorgung zwischen Fachkräftemangel, Priorisierung und sozialer Ungleichheit
Der demografische Wandel und gesellschaftliche Veränderungen wie Einsamkeit, Polarisierung und der Anstieg von Singlehaushalten führen zu einer Zuspitzung bestehender Herausforderungen im Gesundheitswesen. Multimorbidität und Pflegebedürftigkeit treffen auf einen sich verschärfenden Fachkräftemangel und fragmentierte Zuständigkeiten. Besonders betroffen sind Menschen mit hohem Hilfebedarf und geringen Ressourcen – sie fallen oft als Erste aus dem System.
In dieser Session soll ehrlich und lösungsorientiert der Status quo analysiert werden. Expert*innen aus Praxis, Wissenschaft, Erfahrung und Politik diskutieren, wie eine solidarische und chancengerechte Gesundheitsversorgung auch unter schwierigen Bedingungen möglich bleibt. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung einer Vision mit konkreten, gangbaren Wegen – jenseits von Zuständigkeitsdebatten und Lippenbekenntnissen.
Diskutant*innen:
- Patricia Ley, Verband medizinischer Fachberufe: Soziale Fragen bringen Arztpraxen an ihre Grenzen (Statement: „die Antwort liegt in mehr multiprofessioneller Zusammenarbeit statt in Zuständigkeitsfragen“)
- Katrin Blankenburg, DVSG, AG Ambulante Beratung: Besonderes vulnerable Personen in der Gesundheitsversorgung (Statement: „Menschen mit hohem Hilfebedarf bleiben als erste auf der Strecke“)
- Jona-Marin Sühwold, Experte aus Erfahrung. Empowerment und Partizipation haben Grenzen (Statement: "Zu einer bedarfsgerechten Versorgung gehört ein richtig verstandener Peersupport dazu, da sonst eine notwendige (er)lebensweltbezogene Perspektive fehlt.“)
- N.N., Vertreter*in Gesundheitspolitik: Zeit für Ehrlichkeit (Statement, z.B.: „Lasst uns ehrlich und auch über Leistungsbeschränkungen und Priorisierung in der Gesundheitsversorgung sprechen“)
Moderation: Antje Liesener, DVSG
Daneben ist die DVSG auch in der Fachausstellung vertreten. Wir freuen uns über ihren Besuch am Stand 26 A