Gesunde Krankenhaussozialdienste? Studienergebnisse zu psychischen Belastungen und Beanspruchungsfolgen von Beschäftigten der Sozialdienste in Deutschland

In der der Zeitschrift für Empirie und Theorie Sozialer Arbeit - Soziale Passagen ist aktuell der Open Access-Beitrag “Gesunde Krankenhaussozialdienste? Ergebnisse eines Surveys zu psychischen Belastungen und Beanspruchungsfolgen von Beschäftigten der Sozialdienste in Deutschland” von Ines Dieckmännken und Alfons Hollederer vom Institut für Sozialwesen der Universität Kassel erschienen.

Gesundheitsreporte der Krankenkassen zeigen, dass die Sozial- und Gesundheitsberufe eine überproportional hohe Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen aufweisen. Dies betrifft besonders Mitarbeitende in Krankenhäusern, zu denen auch Sozialdienste zählen. Es wurde ein Online-Survey bei allen Sozialdiensten von 2503 Krankenhausstandorten in Deutschland zu psychischen Belastungen und Beanspruchungsfolgen zum Jahreswechsel 2023/24 durchgeführt. Zusammengefasst ergeben sich folgende Ergebnisse:

Die Krankenhaussozialdienste gaben durchschnittlich höhere quantitative Anforderungen im Vergleich zu den Referenzgruppen Sozialarbeit/Sozialpädagogik und zu allen Berufen an. Sozialdienste der Krankenhäuser nannten zudem höhere emotionale Anforderungen als die Gruppe Sozialarbeit/Sozialpädagogik und als alle Berufe. Sie wiesen zudem häufiger Burnout-Symptome auf als die Gruppe Sozialarbeit/Sozialpädagogik und als alle Berufe. Überdies berichteten sie stärkeren Präsentismus als die Gruppe Sozialarbeit/Sozialpädagogik und als alle Berufe. Die Erkenntnisse weisen auf stärkere Ausprägungsgrade psychischer Belastungen und Beanspruchungen bei Sozialdiensten in Krankenhäusern. Es zeigen sich Bedarfe zur Stressreduktion, Burnout-Prophylaxe und betrieblichen Gesundheitsförderung in Krankenhaussozialdiensten.

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