Fachtagung zur psychischen Gesundheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen: Dokumentation online
Bei einer Fachtagung des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit ging es im Oktober 2025 in Berlin darum, Strategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Vielfache Berichte und Stellungnahmen der letzten Jahre zeigen: Die Anzahl junger Menschen, die unter psychischen Problemen leiden, nimmt stetig zu. Der Klimawandel und seine Folgen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie, globale Konflikte, Digitalisierung und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken sich auf das psychische Wohlbefinden junger Menschen aus. 27 Prozent der Jugendlichen beschreiben ihre Lebensqualität als schlecht (Schülerbefragung der Bosch-Stiftung). Dabei zeigen sich immer auch große sozioökonomische Ungleichheiten.
Petra Rattay (Robert Koch-Institut) betonte in ihrem Eingangsvortrag, dass Kinder aus Ein-Eltern-Familien und Familien mit geringem Einkommen besonders häufig von psychischen Belastungen betroffen sind. Entscheidend sei, die aktuell bestehende Kinderarmut von 15 bis 21 Prozent grundsätzlich zu verringern – nicht nur ihre Folgen. Laurette Rasch (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, AGJ) unterstrich den Bedarf, die Kinder- und Jugendhilfe stärker als Akteurin, die einen großen Einfluss auf Gesundheit nimmt, zu positionieren. Kinder und Jugendliche müssten in all ihren Lebenswelten erreicht werden – über Kita und Schule hinaus –, durch Beteiligung und Peer-to-Peer-Ansätze sowie durch kompetente Ansprechpersonen für gesundheitliche Themen an ihrer Seite.
Angesichts der komplexen Herausforderungen und der fortbestehenden, sich sogar verschärfenden sozialen Ungleichheiten wird deutlich, dass auf allen Ebenen Handlungsbedarf besteht – sowohl hinsichtlich der strukturellen Förderung psychischer Gesundheit als auch bei deren praktischer Umsetzung. Eine ressortübergreifende Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich: Von der kommunalen Ebene bis hin zu den Bundesländern gilt es, Transparenz zu schaffen, Synergien zu nutzen und den kontinuierlichen Austausch zu fördern. Gesundheitsförderung muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und gestaltet werden, wobei den Bedingungen des Aufwachsens als Grundlage für eine resiliente und demokratische Gesellschaft besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden Die konsequente Berücksichtigung der Kinderrechte und die größtmögliche Absicherung von Angeboten und Maßnahmen in diesem Bereich sind daher vorrangig.
Die Dokumentation der Veranstaltung und weitere Materialien zum Thema stehen auf der Website des Kooperationsverbundes online zur Verfügung