Einfach mal reden: Silbernetz-Hotline erreicht hoch belastete und oft schwer erreichbare ältere Menschen
Einsamkeit im Alter ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung mit Folgen für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade für ältere Menschen ist es oft schwer, Einsamkeit aus eigener Kraft zu überwinden. Zwar gibt es inzwischen zahlreiche Angebote gegen Einsamkeit, bislang ist jedoch wissenschaftlich nur begrenzt abgesichert, welche dieser Maßnahmen sozial besonders belastete Menschen tatsächlich erreichen und in welchem Ausmaß sie Einsamkeit reduzieren können.
Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) die Silbernetz-Hotline evaluiert. Die Hotline ist täglich telefonisch erreichbar und richtet sich insbesondere an Menschen, die sich einsam fühlen und sich Austausch und ein offenes Ohr wünschen.
Dr. Oliver Huxhold (Deutsches Zentrum für Altersfragen): „Unsere Ergebnisse zeigen, wie wertvoll anonyme und niedrigschwellige Gesprächsangebote wie Silbernetz gerade für sozial stark belastete Menschen sein können. Dass bereits kurze Gespräche von etwa 20 Minuten spürbar entlasten können, ist besonders bemerkenswert. Zugleich sehen wir die Silbernetz-Hotline nicht nur als unmittelbare Unterstützung, sondern auch als möglichen Türöffner für weitergehende Hilfen.“
Die Ergebnisse auf Basis von 208 Anrufenden im Alter von 50 bis 93 Jahren zeigen: Menschen, die erstmals bei Silbernetz anrufen, sind im Durchschnitt emotional und sozial einsamer als etwa 95 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass bereits kurze Gespräche von rund 20 Minuten Einsamkeit bedeutsam verringern können. Trotz dieser Verbesserungen bleibt das Einsamkeitsniveau der Anrufenden hoch.