Eine der zufriedensten Berufsgruppen: Studie zu Entwicklung, Ausmaß und Determinanten der Arbeitszufriedenheit von Sozialarbeiter*innen
In einer quantitativen Studie der Hochschule Koblenz wurde die Arbeitszufriedenheit, Einkommenszufriedenheit, subjektiven Wichtigkeit der eigenen Tätigkeit und anderen Aspekten der Arbeit von Sozialarbeiter*innen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass auch durch einen deutlichen Anstieg in den letzten Jahren die Sozialarbeiter*innen zu den Berufsgruppen mit der höchsten Arbeitszufriedenheit gehören (Platz 8 in den 66 größten Berufen), wobei diese hohe Zufriedenheit weniger bei der jüngsten Gruppe (bis 34 Jahre) zu finden ist. Die Zufriedenheit mit dem Einkommen ist nur leicht unterhalb jener anderer Berufsgruppen. Die Zufriedenheit mit den Aufstiegsmöglichkeiten hingegen ist leicht oberhalb der anderen Berufe. Sehr stark im Vergleich mit anderen Berufsgruppen ist das Gefühl ausgeprägt, dass die eigene Tätigkeit wichtig sei. Auch in der Zufriedenheit mit dem Betriebsklima sind die Werte vergleichsweise hoch.
Als weitere mögliche Determinanten der Arbeitszufriedenheit werden Belastungsfaktoren und Erschöpfungssymptome dargestellt. Die Analyse zeigt für drei Faktoren statistisch signifikante Einflüsse auf die Wahrscheinlichkeit, mit der Arbeit „sehr zufrieden“ zu sein. Die „harten Faktoren“ Zufriedenheit mit Einkommen und Aufstiegsmöglichkeiten sind vergleichsweise schwach mit einer hohen Arbeitszufriedenheit verbunden. Wesentlich bedeutsamer scheint hierfür die Zufriedenheit mit dem Betriebsklima zu sein. Belastung und Erschöpfung wirkt erwartungsgemäß negativ. Das Ergebnis legt nahe, dass organisationale Maßnahmen auch bei gegebenen äußeren Umständen einen deutlichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit von Sozialarbeiter*innen haben können.
Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist im April in der Zeitschrift Soziale Passagen als Open Access-Beitrag erfolgt.