DHS Jahrbuch SUCHT 2026: Aktuelle Drogenkonsum-Trends und Suchtverhalten in Deutschland
Der Bericht zeigt insbesondere im Hinblick auf den Alkoholkonsum in Deutschland eine erhebliche Krankheitslast und alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen. In der Altersgruppe 20–65 Jahre sei bis zu jeder fünfte Krankenhausfall alkoholbedingt. In der männlichen Bevölkerung gehen etwa 7 % aller vorzeitigen Todesfälle auf Alkoholkonsum zurück. Frauen trinken insgesamt zwar meist weniger Alkohol als Männer, doch diese Lücke verringert sich zunehmend. Bei gleichem Konsumniveau erleiden sie oft schwerere gesundheitliche Schäden.
In diesem Zusammenhang zeigten sich im Bereich Alkoholpolitik große Defizite in Deutschland. „Eine systematische Bewertung der Alkoholpolitik in Deutschland und 17 weiteren europäischen Ländern legt den Finger in die Wunde: Deutschland liegt zusammen mit Österreich auf dem vorletzten Platz. Würden hier zulande kosteneffektive Maßnahmen zur Alkoholkontrolle eingeführt, könnten sowohl der Alkoholkonsum als auch die damit verbundenen Probleme stark sinken. Um die hohen gesellschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums zu reduzieren, müssten vor allem die Verbrauchsteuern auf Alkohol deutlich angehoben und Maßnahmen zur Einschränkung der Verfügbarkeit gestärkt werden. Wir wissen, was wirkt – allerdings haben wir ein großes ungenutztes Potenzial in der Umsetzung geeigneter Maßnahmen“, betont Dr. Carolin Kilian, Public Health Expertin und Mitautorin des DHS Jahrbuch SUCHT 2026. Auf diese Problemlage weist auch ein breites Bündnis von über 25 Fachgesellschaften unter Federführung der DHS in einem Positionspapier zur Alkoholprävention hin.
Das Jahrbuch SUCHT 2026 steht als Open Access Publikation zur Verfügung