Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK): Positionspapier zur Weiterentwicklung der Primärversorgung im Gesundheitswesen

Nach Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die Versorgungsqualität in einigen Gesundheitsbereichen gerade mal im Mittelmaß, obwohl Deutschland sich eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit leistet. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) will in seinem aktuellen Positionspapier aufzeigen, wie die Versorgungsqualität in Deutschland verbessert werden kann.

Die Anforderungen an das Gesundheitssystem werden immer komplexer, der demografische Wandel bringt eine alternde Gesellschaft mit sich, mehr Menschen aller Altersstufen leben mit chronischen Erkrankungen. Oft fehlt ihnen die dabei so wichtige Gesundheitskompetenz. „Wir sehen ganz deutlich, dass die Menschen mehr Angebote zur Gesundheitsförderung, Prävention und eine ganzheitliche Begleitung brauchen, um gut versorgt zu sein. Und diese Angebote müssen vor Ort leicht erreichbar sein – Gesundheit wird vor Ort gemacht und dazu braucht es die passenden Expert*innen“, so DBfK-Präsidentin Christel Bienstein.

Pflegeexpert*innen können dem DBfK zufolge diese Schlüsselrolle im Gesundheitswesen einnehmen, um eine zukunftssichere und bedarfsgerechte Versorgung zu erreichen, die den Menschen die Unterstützung ermöglicht, die individuell erforderlich ist. „Die Pflegefachpersonen könnten und wollten die neuen Aufgaben und Verantwortungsbereiche übernehmen. Dieses Angebot an die Bevölkerung für mehr Versorgungs- und damit Lebensqualität müsse nur angenommen und ermöglicht werden.

Folgenden Reformen seien nach Auffassung des DBfK dazu notwendig:

  • politische Reform der Primärversorgung an den Bedarfen ausgestalten
  • flächendeckend niedrigschwellige Versorgungsstrukturen schaffen
  • Innovationskraft der Pflegefachpersonen anerkennen und nutzen
  • hochschulische Ausbildung für Pflegefachpersonen aktiv vorantreiben
  • Rechtliche Absicherung der Pflegefachpersonen für autonomes Agieren in der Primärversorgung

DBfK-Bundesgeschäftsführerin, Bernadette Klapper, betont: „Mit diesen Weichenstellungen können wir gemeinsam diese ehrgeizigen und komplexen Reformen schaffen“. Dafür müssten alle Akteur*innen im Gesundheitswesen bereit sein, das Wohl von Bürger*innen, Patient*innen und Menschen mit Pflegebedarf in den Mittelpunkt zu stellen. Die Aufgabenstellungen müssten gut im Team der Gesundheitsberufe verteilt werden.

Zum DBfK-Positionspapier „Weiterentwicklung der Primärversorgung und Aufgabenverteilung unter den Gesundheitsprofessionen“