Bedarfsermittlung als methodisches Steuerungsinstrument in der Eingliederungshilfe
Im Fokus stehen Überlegungen zur Weiterentwicklung der Bedarfsermittlung in Bezug auf Teilhabe, Sozialraumorientierung, Wirkungsorientierung und dem Umgang mit der ICF. Der im Beitrag vorgestellte Ansatz zeige, dass eine praxisnahe Weiterentwicklung nicht zu fachlichen Einbußen führen muss. Viel mehr könne das Verfahren durch die differenzierte Nutzung der ICF-Dimension an Klarheit und Aussagekraft gewinnen.
Die systematische Einbeziehung sozialräumlicher Ressourcen sowie die verbindliche Prüfung anderer Leistungen erweitern die Bedarfsermittlung um relevante Kontextinformationen, ohne den Einzelfallbezug aufzugeben. Dadurch wird die Anschlussfähigkeit zwischen individueller Bedarfsermittlung, bestehenden Leistungsstrukturen und sozialräumlichen Gegebenheiten gestärkt. Damit bleibt die Bedarfsermittlung ein Instrument der fallbezogenen Steuerung, das individuelle Teilhabeziele mit fachlich strukturierten Entscheidungsprozessen verbindet und zu gleich Bezüge zur sozialräumlichen Versorgung und zu anderen Leistungssystemen herstellt, so das Fazit der beiden Autor*innen, Eva-Maria Keßler und Konstantin Schäfer.