BAGSO fordert: Pflegeheime für Besuche offen lassen
Bewohner*innen von Pflegeheimen müssen auch bei steigenden Infektionszahlen weiterhin Besuche empfangen können. Das fordert die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen mit Blick auf die aktuelle vierte Corona-Welle in einer Pressemitteilung vom 16. September 2021. Auch das gesellschaftliche Leben innerhalb von Einrichtungen, wie das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten, darf nicht erneut eingeschränkt werden. Der Vorstand der BAGSO verfolgt mit Sorge Meldungen über neuerliche Besuchsverbote und andere, die Freiheit der Bewohner*innen einschränkende Maßnahmen. Es wird darauf hingewiesen, dass Entscheidungen, die die Freiheitsrechte der Bewohner*innen einschränken, nicht von Heimleitungen und Trägerorganisationen getroffen werden dürfen.
Die Erfahrungen der Corona-Pandemie zeigen, dass eine anhaltende Isolation in Pflegeeinrichtungen gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner*innen und ihrer Angehörigen hat. Die Folgen der – vielfach unverhältnismäßigen – Einschränkungen während der ersten Pandemiewellen sind noch nicht ausgewertet. Studien lassen aber erkennen, dass medizinische und therapeutische Versorgungsdefizite weit verbreitet waren. Einsamkeit und der Verlust kognitiver Fähigkeiten zählen zu den häufigsten Auswirkungen der Schutzmaßnahmen. Erforderlich sei deshalb eine umfassende Aufarbeitung der Folgen der Besuchsverbote mit entsprechenden Konsequenzen. Die BAGSO begrüßt, dass mit Auffrischungsimpfungen für alte und immungeschwächte Menschen begonnen wurde, und fordert, dass sie rasch und flächendeckend allen Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen angeboten werden. Zusammen mit einem guten Hygienekonzept trägt eine hohe Impfquote zu sicheren Besuchen und sozialem Miteinander in Pflegeheimen bei.