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BAG Wohnungslosenhilfe: Obdachlose Menschen brauchen verbindlichen Hitzeschutz

Anlässlich des Hitzeaktionstags 2026 warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) vor der zunehmenden Lebensgefahr für obdachlose Menschen durch extreme Hitze. Während Hitzeschutz in vielen Städten inzwischen auf der Agenda steht, fehlt es nach wie vor an systematischen, dauerhaft finanzierten Maßnahmen, besonders für die verletzlichsten Gruppen der Gesellschaft.

Extreme Hitze ist das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Obdachlose Menschen sind ihr ohne Zugang zu Trinkwasser, Schatten oder kühlen Rückzugsorten schutzlos ausgeliefert. Viele von ihnen sind zudem bereits gesundheitlich stark belastet. Unversorgte Wunden heilen schlechter, Kreislaufprobleme durch Flüssigkeitsmangel nehmen zu, psychische Erkrankungen können sich verschärfen. Alkohol- und Drogenkonsum belasten den Körper bei hohen Temperaturen zusätzlich und beeinträchtigen die Selbstwahrnehmung so, dass Warnzeichen wie Dehydrierung oder Überhitzung nicht rechtzeitig erkannt werden. 

In einzelnen Städten und Bundesländern hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt: Berlin fördert erneut das Projekt „Hitzehilfe" und stellt mit der Erfrischungskarte eine digitale Übersicht über Trinkbrunnen, kühle Räume und Schattenplätze bereit. Hannover versorgt obdachlose Menschen an Hitzetagen mit Wasser, Sonnenschutz und Hygieneartikeln – U-Bahnstationen können ab 30 Grad zum Abkühlen genutzt werden. In Stuttgart fährt das DRK mit einem mobilen Versorgungsbus durch die Stadt. Diese Beispiele sind ermutigend, aber sie sind nicht die Regel. Was fehlt, ist eine bundesweite, dauerhaft finanzierte Hitzeschutzstrategie, die obdachlose Menschen mitdenkt. Die BAG Wohnungslosenhilfe appelliert an Bund, Länder und Kommunen:

  • Kommunale Hitzeaktionspläne müssen obdachlose Menschen und Menschen in Notunterkünften oder prekären Wohnverhältnissen ausdrücklich berücksichtigen.
  • Trinkwasser, Schattenplätze, Duschmöglichkeiten und klimatisierte Aufenthaltsorte müssen niedrigschwellig und verlässlich verfügbar sein.
  • Aufsuchende Gesundheitsangebote müssen fester Bestandteil der Hitzehilfe werden.
  • Hitzehilfen müssen langfristig finanziert sein.
  • Und grundlegend gilt: Ausreichend bezahlbarer Wohnraum ist der beste Hitzeschutz.

Zur Pressemitteilung “Der Hitze ausgeliefert: Obdachlose Menschen brauchen verbindlichen Hitzeschutz”