Anhörung im Gesundheitsausschuss: Kritik an der psychotherapeutischen Versorgung
Die derzeit bereits unzureichende psychotherapeutische Versorgung wird durch die jüngst beschlossene Honorarkürzungen für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent sowie vorgesehene Deckelungen verschärft. Therapiezugänge sind bereits derzeit erschwert und es existieren unangemessen lange Wartezeiten. Nötig zur Weiterentwicklung in Richtung eines bedarfsgerechten Angebots sei eine bessere akute Krisenversorgung, Koordination und Steuerung. Die derzeit bestehende zersplitterte Versorgungsstruktur bewirke Unsicherheiten und stelle keine angemessenen Lösungen für unterschiedliche Infrastruktur (Stadt/Land) oder verschiedene vulnerable Personengruppen dar.
Durch sektorenübergreifende Reformen sind Lösungen wirksam zu implementieren, die Bedarfs- und Patient*innenorientierung, strukturelle Versorgungsprobleme sowie Kapazitätsmängel und angemessene Vergütung verbinden. Eine unzureichende psychotherapeutische Versorgung ist für Kinder und Jugendliche besonders stark in der Anhörung hervorgehoben worden.
Aus Sicht der DVSG sind umfassende sektorenübergreifende Konzepte nicht nur im Hinblick auf die psychotherapeutische Versorgung zu entwickeln, sondern grundsätzlich bei der Primärversorgung. Die systematische Berücksichtigung psychosozialer Aspekte erfordert eine Verbindung von Gesundheits- und Sozialwesen sowie eine interprofessionelle Zusammenarbeit mit einem niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Therapie.