7. Armuts- und Reichtumsbericht: Wachsende soziale Ungleichheit belastet Gesundheit
Menschen mit niedrigen Einkommen sind weiterhin überdurchschnittlich von chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen und geringerer Lebenserwartung betroffen. Die Folgen von Pandemie, Inflation und steigenden Wohnkosten haben diese Ungleichheiten zusätzlich verschärft.
Der Bericht benennt einige für die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit besonders relevante Aspekte:
- Lebenslagen entscheiden über Gesundheitschancen. Prekäre Wohnverhältnisse, eingeschränkte Mobilität und finanzielle Belastungen wirken sich direkt auf körperliche und psychische Gesundheit aus.
- Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen bleibt hoch. Viele Anspruchsberechtigte verzichten aus Scham oder wegen bürokratischer Hürden auf Unterstützung – mit erheblichen gesundheitlichen Folgen.
- Vulnerable Gruppen besonders betroffen: Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationsgeschichte, Langzeitarbeitslose und ältere Menschen mit niedrigen Renten.
- Partizipation gestärkt: Erstmals wurden Menschen mit Armutserfahrung systematisch beteiligt. Ihre Perspektiven zeigen deutlich, wie Stigmatisierung und komplexe Zugänge Gesundheitschancen mindern.
Für die Praxis der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit bedeutet das: Soziallagenorientierte Gesundheitsförderung, niedrigschwellige Zugänge und Empowerment bleiben zentrale Aufgabenfelder.
Die Daten des 7. Armuts- und Reichtumsbericht liegen als open source unter https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Bericht/Der-siebte-Bericht/siebter-bericht.html vor und können für eigene Auswertungen verwendet werden.