Arbeitsgruppe Forschung

Praxisforschung auf dem Gebiet der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit zu betreiben: Das ist eine wichtige Aufgabe, die deutlich mehr in den Fokus gerückt werden sollte. Die DVSG hat als Satzungszweck die Förderung von Forschung und Wissenschaft formuliert. Entsprechend beteiligt sich die DVSG bei Forschungsprojekten, arbeitet mit Akteur*innen zusammen und unterstützt den Zugang zu Expert*innen in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit in Praxis und Wissenschaft. 

Herausforderungen und Handlungsbedarfe

Die wirkungsvolle und systematische Verknüpfung von Praxis, Wissenschaft und Forschung wird von einer professionellen Sozialen Arbeit erwartet. Doch nach wie vor ist evidenzbasierte Soziale Arbeit aus unterschiedlichen Gründen eine Herausforderung sowohl für einzelne Sozialarbeiter*innen als auch für weitere Akteur*innen im Behandlungs- und Rehabilitationsprozess. Das Generieren wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse zur Wirkung der Interventionen gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit ist bedeutsam und benötigt mehr Augenmerk und gezielte Forschungsaktivitäten. Evidenzbasierte Praxis beruht auf theoretisch fundiertem und empirisch geprüftem Wissen, das es ermöglicht z. B. Leitlinien für spezifische Gesundheitsprobleme zu formulieren, die es dann im Praxisalltag umzusetzen gilt.

Für die Soziale Arbeit mit Gesundheitsbezug liegen Forschungsfragen und –bedarfe auf der Hand.

  • Wie kann die Wirkung von sozialarbeiterischen Interventionen wissenschaftlich nachgewiesen werden?
  • Welche Erkenntnisse können im Hinblick auf eine positive Wechselwirkung der sozialen Situation und der Gesundheit mit der Einbeziehung sozialarbeiterischer Interventionen verknüpft und wissenschaftlich belegt werden?
  • Wie können neue wissenschaftliche Erkenntnisse unter Einbeziehung der Sozialen Arbeit gefördert und gewonnen werden?
  • Wie können relevante wissenschaftliche Erkenntnisse ausgewählt und in die Praxis des Alltags tragfähig integriert werden?
  • Wie kann in der Berufspraxis eine personenzentrierte Arbeit mittels handlungsleitender Standards gelingen, die jedoch gleichzeitig den Kontext und die individuelle Subjektorientierung nicht außer Acht lassen darf?

Auch in der Verbandsarbeit wird deutlich, dass empirisch fundierte Ergebnisse für die Bedeutung und Wirkung von gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit verstärkt generiert werden müssen. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen nimmt unter anderem wesentliche Navigations- und Koordinationsfunktionen wahr. Sie trägt durch umfassende Beratung zur Erschließung von Leistungen bei. Das Thema Forschungsförderung hat auch in der DVSG seit 2016 an Bedeutung gewonnen.

Aktivitäten der DVSG - Konkret

Die DVSG leistet in mehrdimensionaler Weise eine Förderung des Transfers der Praxis, Forschung und Wissenschaft. Die Vereinigung mischt sich ein in die Verbesserung der Qualität des Gesundheitswesens, indem sie beispielsweise

  • mitwirkt bei der Entwicklung und Aktualisierung von Leitlinien
  • sich beteiligt bei der Entwicklung von Expertenstandards (PEOPSA)
  • ihre Expertise bei der Erarbeitung und Aktualisierung von themenspezifischen Standards einbringt (z. B. bei der Klassifikation Therapeutischer Leistungen oder für die Reha-Therapie-Standards)
  • ihr Erfahrungswissen aus Praxisfeldern einbringt und dadurch auftretenden Probleme in der praktischen Umsetzung von Konzepten und Standards aufzeigt
  • Forschungslücken und -anliegen benennt und sich bei Forschungsprojekten beteiligt Studie AZORE
  • Forschungsfragen in Praxisfeldern aufgreift und dadurch insgesamt die Weiterentwicklung der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit und die Qualität der Versorgung des Gesundheitswesens verbessert.

Die DVSG legt ihren Schwerpunkt derzeit auf folgende Themen:

  • Leitlinienarbeit
  • Stärkung der Kooperation mit Hochschulen
  • Instrumente zur Bedarfsermittlung und Sozialdiagnostik
  • Fortbildungen zur Verbreitung des Expertenstandards PEOPSA
  • Wirksamkeit der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen
  • Unterstützung und Beteiligung bei Projekten mit Bezug zu Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Unterstützung des Projekts SWIMMER (Projektleitung Universität Bielefeld)

Haben Sie Fragen oder Anliegen?

Wenden Sie sich gerne an den Ansprechpartner der DVSG für Forschung!


Ansprechpartner
Prof. Dr. Stephan Dettmers

Gesamtvorstand DVSG
1. Vorsitzender, Dipl.-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, M.A.
Fachhochschule Kiel
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Sokratesplatz 2
24149 Kiel
Tel. 0431 2103066
Prof. Dr. Stephan Dettmers

Promotion? Ein Thema für Sie?

Die DVSG hat auch eine Gruppe für Promotionsinteressierte. Gerne nehmen wir Sie in den Verteiler auf. Wenden Sie sich bitte an
info@dvsg.org mit dem Stichwort ‚Verteiler für Promotionsgruppe‘. Sie können sich auch direkt an die Ansprechperson der DVSG wenden:


Ansprechpartnerin
Prof. Dr. Anna Lena Rademaker

Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention
Redaktionsleitung Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit
Fachhochschule Bielefeld
Prof. Dr. Anna Lena Rademaker

Gemeinsam mit der DGSA wird Forschung unterstützt

Die DVSG und die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) wollen als Fachverbände der Praxis und Wissenschaft der Sozialen Arbeit den Trend zu verstärkter Forschung in Arbeitsfeldern der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit fördern. Der Vorstand der DGSA hat zur Frage der Rahmenbedingungen, Zugänge und Ressourcen von Forschung in der Sozialen Arbeit ein Positionspapier veröffentlicht.