1965 - 2002
DVSK: Reformen, Konzepte- und Methodenentwicklung in der Sozialen Arbeit
1965
Namensänderung wird wirksam
Der in der Mitgliederversammlung 1964 beschlossene neue Name des Fachverbandes lautet „Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus e. V.“ (DVSK).
Jahrestagung in Frankfurt am Main
In seiner 2. Sitzung am 24. Oktober 1965 beschließt der Vorstand, dass der Beirat künftig aus den Leiter*innen der
12 Arbeitsgemeinschaften gebildet wird.
1966
40 Jahre DVSK
Anlässlich des Jubiläums der Vereinigung finden im Berufsförderungswerk Heidelberg Fortbildungstage der DVSK statt. Es ist die letzte Tagung, an der Hedwig Landsberg teilnehmen wird.
1967
Jahrestagung mit Mitgliederversammlung in Hamburg
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des „Sozialen Krankenhausdienstes Hamburg“ wird die DVSK-Jahrestagung in Hamburg ausgerichtet.
Die Mitgliederversammlung bestätigt Dr. Herbert Viefhues als 1. Vorsitzenden, Prof. Dr. Paul Christian als 2. Vorsitzenden sowie Irmgard Bartsch als Geschäftsführerin.
1968
Beirat empfiehlt verstärkte Öffentlichkeitsarbeit
Der Beirat diskutiert in Heidelberg die Notwendigkeit einer stärkeren Öffentlichkeitsarbeit, da der Stand als Sozialarbeiter*in noch nicht in der gewünschten Form anerkannt sei.
1969
Kongress in Stuttgart
Auf dem 16. Internationalen Krankenhauskongress - der „Interhospital“ - in Düsseldorf präsentiert sich die DVFK mit deutscher und ausländischer Fachliteratur in einer eigenen Ausstellungskoje. Zu diesem Anlass wird ein mehrsprachiges Faltblatt veröffentlicht, das großen Anklang findet. Eine weit sichtbare Grafik informiert die Besucher*innen über die Aufgaben des Sozialdienstes im Krankenhaus als „Drehscheibe von der Innen- zur Aussenwelt“.
1970
Arbeitstagung in Berlin
Die Beiratssitzung am 4. Juni 1970 in Heidelberg erarbeitet die endgültige Fassung der neuen Richtlinien.
1971
Umzug der Geschäftsstelle innerhalb Heidelbergs
Irmgard Bartsch tritt eine neue Stelle bei der „Stiftung Rehabilitation“ in Heidelberg an. Um die Geschäftsführung der DVSK fortführen zu können, wird die Geschäftsstelle auf das Areal des Berufsförderungswerkes Heidelberg verlegt.
Neuer Vorstand und Wechsel der Vorsitzenden
Die Mitgliederversammlung am 4. Mai 1971 wählt Prof. Dr. Paul Christian zum 1. Vorsitzender der Vereinigung. Er wird dieses Amt bis 1975 ausüben. Margret Mehs wird 2. Vorsitzende. Irmgard Bartsch wird als geschäftsführendes Vorstandsmitglied bestätigt.
Fachhochschulen für Sozialarbeit entstehen
Durch das neue Hochschulrahmengesetz werden die „Höheren Fachschulen für Sozialarbeit“ zu Fachhochschulen. Die DVSK will die Umstrukturierungsphase nutzen, um engere Kontakte zu den Fachhochschulen zu knüpfen. Irmgard Bartsch übernimmt einen Lehrauftrag an der Mannheimer Fachhochschule zum Schwerpunkt „Sozialtherapie“.
Fortbildungstage in Heidelberg
Resolution zum Fachhochschulstudium Sozialarbeit
Auf den Heidelberger Fortbildungstagen wird der besorgniserregende Mangel an Interesse von Studierenden der Sozialarbeit an medizinischen Inhalten lebhaft diskutiert. Dr. Herbert Viefhues plädiert dafür, dem mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, wolle man in den nächsten Jahren den Bedarf an qualifizierten Sozialarbeiter*innen auch nur annähernd decken. Von den Fachhochschulen fordert er, dass sie künftige Sozialarbeiter*innen insbesondere für die Schwerpunktbereiche im Gesundheitswesen wie Rehabilitation, Sozialpsychiatrie und Suchtkrankenbetreuung vorbereiten.
1972
Fortbildungstage in Heidelberg
1973
Krise der DVSK aufgrund finanziell angespannter Lage
In der Mitgliederversammlung am 25. Mai 1973 in Mainz wird die Frage der Fortführung der Vereinigung und eines möglichen Anschlusses an die „Deutsche Zentrale für Gesundheitsfürsorge“ oder an einen anderen Verband diskutiert. Hintergrund sind die finanziell angespannte Lage sowie die Arbeitsbelastung der rein ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder und Arbeitsgemeinschaften. Die Situation wird dadurch verschärft, dass Irmgard Bartsch aufgrund eines erneuten Stellenwechsels die Geschäftsführung und ihre Vorstandstätigkeit niederlegt. Margret Mehs erklärt sich bereit, zusätzlich zum 2. Vorsitz auch die Geschäftsführung zu übernehmen, sofern sie ein Büro anmieten und eine Bürokraft einstellen kann. Dem wird zugestimmt. Mit Blick auf die bevorstehende Landeskrankenhausreform in Rheinland-Pfalz wird vorläufig für die Beibehaltung der Selbständigkeit der Vereinigung plädiert. Nach einer Übergangszeit soll später eine fundierte Entscheidung über die Weiterführung der Vereinigung getroffen werden. Dies erfolgt schließlich in der Mitgliederversammlung 1975, wo Margret Mehs für den Beibehalt der Selbständigkeit plädiert.
Die Geschäftsstelle zieht nach Mainz
Mit Übernahme der Geschäftsführung durch Margret Mehs wird die Geschäftsstelle von Heidelberg auf das Gelände der Universitätsklinik Mainz in die Langenbeckstr. 1 verlegt.
Fortbildungstagung in Mainz
1974
Fortbildungstagung in Münster/Westfalen
1975
Sozialarbeiterin wird 1. Vorsitzende der DVSK
Margret Mehs wird in der Mitgliederversammlung am 11. April 1975 zur 1. Vorsitzenden der DVSK gewählt. Prof. Dr. Johann Glatzel (Neuropsychiatrische Universitätsklinik Mainz) wird 2. Vorsitzender. Damit steht zum ersten Mal eine Sozialarbeiterin an der Spitze der Vereinigung. Mehs fördert den Auf- und Ausbau von Krankenhaussozialdiensten und die berufsbegleitende Fortbildung und bietet z. B. Hospitationen an.
50 Jahre DVSK
Das Jubiläum wird am 27. und 28. Oktober 1976 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz mit einem „Bundesfortbildungskongress“ und Festakt gefeiert. Dabei werden sieben Thesen zum Sozialdienst im Krankenhaus beschlossen, die ein Jahr später in die Neufassung der Richtlinien für den Sozialdienst eingehen.
Ehrenmitgliedschaft für Irmgard Linde und Prof. Dr. Paul Christian
Zum Jubiläum wird ein neues Logo vorgestellt
Es erscheint erstmals 1977 in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen und gilt in dieser Form und verschiedenen abgeleiteten Varianten über vierzig Jahre bis 2017.

1978
Bundesfortbildungstagung in Kiel
1979
Bundesfortbildungstagung in Nürnberg
Prof. Dr. Wilhelm Hagen wird zum Ehrenmitglied ernannt
1980
Bundesfortbildungskongress in Heidelberg
Die Tagung wird mit einem Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Sozialdienstes im Universitätsklinikum Heidelberg eingeleitet. Nach der Tagung legt Prof. Dr. Johann Glatzel sein Amt als 2. Vorsitzenden aufgrund vielfältiger dienstlicher Pflichten nieder. Eine Nachwahl wird zunächst nicht ins Auge gefasst.
1981
Bundesfortbildungstagung in Trier
1982
Der Vorstand wählt im Januar Marga Pflüger per Kooptationsbeschluss zur 2. Vorsitzenden.
1983
Neuer Vorstand
Margret Mehs wird als 1. Vorsitzende bestätigt. Marga Pflüger wird zur 2. Vorsitzenden gewählt.
1985
Prof. Dr. Herbert Viefhues wird zum Ehrenmitglied ernannt
1986
60 Jahre Arbeitsgemeinschaft Berlin
1987
Fortbildungstagung der DVSK in Mainz
Neue Vorsitzende und Geschäftsführung
Margret Mehs gibt den 1. Vorsitz ab, bleibt jedoch weiterhin geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Gaby Kunz wird zur 1. Vorsitzenden, Holger Gerecke zum 2. Vorsitzenden gewählt. Kunz ist Sozialarbeiterin in einer Reha-Klinik. Gerecke ist Fachreferent der Berliner Senatsverwaltung und verantwortet die Entwicklung der Koordinierungsstelle „Rund ums Alter“.
1988
Neuregelung SGB V Gesetzliche Krankenversicherung
Die nachstationäre Versorgung wird als Teil der Krankenhausbehandlung in § 39 Abs. 1 SGB V festgeschrieben und schafft damit eine indirekte gesetzliche Grundlage für Aufgaben des Sozialdienstes.
1989
Bundesfortbildungstagung in München
1991
Bundesfortbildungstagung in Saarbrücken
Willkommensbeitrag für Mitglieder aus den neuen Bundesländern und neue Vorsitzende
Die Mitgliederversammlung am 15. März 1991 beschließt mit großer Mehrheit für Mitglieder aus den neuen Bundesländern in den Jahren 1992 und 1993 einen ermäßigten Jahresbeitrag von 30 DM zu erheben. Martina Christmann wird zur 1. Vorsitzenden gewählt, Holger Gerecke als 2. Vorsitzender im Amt bestätigt.
Aufruf zur Beteiligung bei Pflegesatz- und Budgetverhandlungen
Der Vorstand der DVSK wendet sich per Rundbrief an die Fürsorgedienste bzw. Sozialdienste der Krankenhäuser in den neuen Bundesländern und fordert sie auf, sich aktiv an den anstehenden Pflegesatz- und Budgetverhandlungen zu beteiligen.
1992
Margret Mehs legt Geschäftsführung nieder
Margret Mehs erhält am 9. Oktober 1992 den Landesverdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz. Währenddessen plant der Vorstand den Europäischen Kongress 1994, zu dem die DVSK als Mitveranstalterin angefragt ist. Dem Organisationskomitee wird ein weitreichender Verhandlungsspielraum für eine mögliche Gewinn- bzw. Verlustbeteiligung der DVSK in Höhe von 20 bis 50 Prozent der Kosten eingeräumt, ohne definierten Kostenrahmen. Als Mehs im Nachgang der Sitzung von dem Beschluss erfährt, hält sie das finanzielle Risiko für untragbar und drängt darauf, den Beschluss zu revidieren. Sie findet jedoch kein Gehör. Daraufhin legt sie im November 1992 die Geschäftsführung und ihre Vorstandstätigkeit nieder. Kommissarisch übernimmt die 1. Vorsitzende Martina Christmann die Geschäftsführung.
1993
Bundesfortbildungstagung in Goslar
Zur Tagung legt die DVSK ein Handlungskonzept vor, das Struktur-, Prozess- und Qualitätsempfehlungen für den Sozialdienst im Krankenhaus formuliert. Es beschreibt zentrale Aufgaben wie Assessment, sozialarbeiterisches Case Management und die organisatorische Ausgestaltung des Sozialdienstes und enthält eine Übersicht der Regelungen in den Landeskrankenhausgesetzen.
1994
Einführung der Pflegeversicherung (SGB XI)
Mit dem SGB XI wird erstmals Pflegebedürftigkeit abgesichert. Aufgaben für die Soziale Arbeit sind anfangs noch nicht vorgesehen. Ab 2008 entstehen mit der gesetzlichen Pflegeberatung (§ 7a SGB XI) definierte sozialarbeiterische Tätigkeiten im System der Pflegeversicherung.
Europäischer Kongress in Heidelberg
Wahl eines neuen Vorstands
Die Mitgliederversammlung bestätigt Martina Christmann in ihrem Amt als 1. Vorsitzende. Holger Gerecke steht nicht erneut zur Wahl. Stattdessen wird Uwe Hinze zum 2. Vorsitzenden gewählt.
Einführung einer hauptamtlichen Geschäftsführung
Nina Klein wird hauptamtliche Geschäftsführerin der DVSK. Sie arbeitete zuvor in einem Krankenhaussozialdienst und in der mobilen Altenhilfe.
Bundesfortbildungstagung in Rostock
Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) führt 1996 die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) als verpflichtendes Instrument der Qualitätssicherung in der medizinischen Rehabilitation ein. Reha-Einrichtungen müssen damit standardisiert dokumentieren, welche therapeutischen Leistungen sie erbringen. Die Leistungen der Sozialen Arbeit können nur unzureichend abgebildet werden. Mit einer Stellungnahme fordert die DVSK, die leistungsgerechte Aufnahme der Sozialen Arbeit. Nach intensiven Gesprächen mit der BfA kommt es schließlich zur umfassenden Verankerung der Klinischen Sozialarbeit in der KTL und zur flächendeckenden Etablierung von Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen in Rehabilitationskliniken führen.
1997
Wechsel im Amt der Vorsitzenden
Uwe Hinze legt im März sein Amt als 2. Vorsitzender nieder. Rudolf Backes wird aus dem Kreis der amtierenden Vorstandsmitglieder als kommissarischer 2. Vorsitzender nachgewählt. Als im Juli Martina Christmann und Rudolf Backes ihre Mandate niederlegen, werden Norbert Gödecker-Geenen zum 1. Vorsitzenden und Hans Nau zum 2. Vorsitzenden nachgewählt und von der Mitgliederversammlung im September bestätigt.
Bundesfortbildungstagung in Erfurt
Umgestaltung des Mitteilungsblattes zum FORUM Krankenhaussozialdienst
Das Mitteilungsblatt „Sozialdienst im Krankenhaus“ wird neu gestaltet und künftig als FORUM Krankenhaussozialarbeit herausgegeben.
Stärkung der Arbeitsgemeinschaften innerhalb der DVSK und Bildung von Fachbereichen
Wechsel in der hauptamtlichen Geschäftsführung
Birte Siemonsen übernimmt nach dem Ausscheiden von Nina Klein die Geschäftsführung der DVSK.
1999
1. Bundeskongress der DVSK in Bonn
Mit dem 1. Bundeskongress „Gesundheit gestalten. Herausforderung an die klinische Sozialarbeit an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend“ werden die bisherigen Bundesfortbildungsveranstaltungen abgelöst. Der zweijährliche Turnus wird beibehalten.
Prof. Dr. Reinhold Rörig wird zum Ehrenmitglied ernannt
Handbuch „Qualitätsmanagement in der Krankenhaussozialarbeit – ein Manual“
Neben dem Handbuch veröffentlicht die DVSK eine Stellungnahme zum Fallmanagement sowie ein Case-Management-Konzept zur Beratung und aktiven Hilfe in Fragen der ambulanten und stationären Versorgung und Pflege nach Entlassung aus dem Krankenhaus.
2000
DVSK geht online
Die DVSK richtet eine Internetseite ein und stellt gleichzeitig klar, dass diese neue Form der zeitnahen Informationsvermittlung keinesfalls die Fachzeitschrift ersetzen soll.
Erster Masterstudiengang Klinische Sozialarbeit
In einer Stellungnahme begrüßt die DVSK die Einrichtung des Masterstudiengangs Klinische Sozialarbeit an der Fachhochschule Coburg in Kooperation mit der Alice Salomon Fachhochschule Berlin. Sie verspricht sich davon eine spürbare Unterstützung des klinischen Bereiches der Sozialarbeit.
Stellungnahme zum geplanten SGB IX
Das neue SGB IX soll das gesamte Rehabilitations- und Schwerbehindertenrecht in einem eigenen Sozialgesetzbuch bündeln und vereinheitlichen, ergänzt um neue, trägerübergreifende Koordinierungsmechanismen. Zudem soll der Zugang zu Leistungen der Rehabilitation durch die Einführung unabhängiger, trägerübergreifender „Servicestellen“ vereinfacht werden. Die DVSK forderte hierfür die einschlägige Expertise und Erfahrung der Sozialen Arbeit systematisch einzubeziehen.
2001
75 Jahre DVSK und 2. Bundeskongress in Berlin
Zum Jubiläum legt die DVSK die Dokumentation „Tradition hat Zukunft“ vor. Sie baut auf der Ausstellung zur Historie der DVSK auf, die während des Bundeskongresses besucht werden kann. Ausstellung und Dokumentation wurden maßgeblich vom Ehepaar Marianne Reinicke und Prof. Dr. Peter Reinicke gestaltet.
Zum Jubiläum der DVSK erscheint das Buch „Soziale Arbeit im Krankenhaus - Vergangenheit und Zukunft“. Die Publikation von Prof. Dr. Peter Reinicke bietet einen umfassenden Überblick über Aufgaben, Geschichte, aktuelle Praxis und zukünftige Entwicklungen der Sozialarbeit in Krankenhäusern und Rehakliniken.

Das neue SGB IX tritt zum 1. Juli 2001 in Kraft
2002
Die Geschäftsführerin Birte Siemonsen scheidet aus
Das Buch „Klinische Sozialarbeit“ erscheint
Darin nimmt die DVSK eine Positionsbestimmung zum Themenkomplex „klinische Sozialarbeit“ vor.




