1945 - 1964
Neuausrichtung im Wirtschaftswunder: Von der Fürsorge zum Sozialdienst

1946

Kriegsfolgen
Die Krankenhausfürsorge wird in allen Städten und Gemeinden der vier Besatzungszonen mit massiven Kriegsfolgen konfrontiert: Kriegsverletzte, Flüchtlinge, Waisen, Heimkehrer*innen, Seuchen (Typhus, Tuberkulose).

In der Charité Berlin wird am 5. Dezember 1946 die Arbeitsgemeinschaft Berlin der Krankenhausfürsorgerinnen gegründet.

1948

Wiederauflage der Mitteilungsblätter
Im Oktober 1948 startet Hedwig Landsberg auf eigene Kosten die Wiederauflage der Mitteilungsblätter, weil sie von vielen Krankenhausfürsorgerinnen um Erfahrungsaustausch gebeten wird.

1949

1. Jahrestagung der DVFK in Heidelberg und Wiedergründung der Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus (DVFK)
Hedwig Landsberg lädt zu einer Tagung am 29. und 30. Juli 1949 nach Heidelberg ein. Dort wird am 29. Juli 1949 die DVFK wieder ins Leben gerufen. Zum Vorsitzenden wird Dr. Hans Muthesius gewählt (bis 1945 Referent im Reichsministerium des Innern, ab 1945 Beigeordneter des Deutschen Städtetags, Vorstandsmitglied der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Hauptschriftleiter der Zeitschrift „Das Krankenhaus"). Zum stellvertretenden Vorsitzenden wird im im Nachgang Prof. Dr. Richard Siebeck, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, gewonnen und im Januar 1950 ins Amt gewählt. Zur Geschäftsführerin wird Hedwig Landsberg bestimmt, ihre Stellvertretung übernimmt Elisabeth Schaerff (ehemalige Krankenhausfürsorgerin in den Berliner Universitätskliniken, jetzt Verwaltung für Arbeit, Frankfurt a. M.). Die Geschäftsadresse ist die Wohnanschrift Landsbergs: Kussmaulstraße 4 in Heidelberg.
Die Tagungen finden künftig jährlich statt, stets in Verbindung mit einer Mitgliederversammlung und häufig Sitzungen von Vorstand und Ausschuss (dieser wird später zum Beirat umbenannt).

1950

Jahrestagung der DVFK in Hamburg

1951

Letztes „Rundschreiben der DVFK“
Hedwig Landsberg versendet am 24. Mai 1951 zum letzten Mal das Rundschreiben der DVFK, da in Zukunft in der Zeitschrift „Gesundheitsfürsorge“, wichtigen Nachrichten für die Arbeit der Gesundheitsfürsorgerinnen dort veröffentlicht werden sollen. Hedwig Landsberg, Elisabeth Schaerff und Herbert Viefhues sitzen im Beirat der Zeitschrift. Ergänzend wird Landsberg bis 1958 monatlich eine „Zeitschriftenübersicht“ mit Hinweisen auf relevante Artikel und Tagungen an die Mitglieder versenden. Nach ihrem Ausscheiden entwickelt sich daraus erneut ein „Mitteilungsblatt der DVFK.

Jahrestagung der DVFK mit Mitgliederversammlung in Köln

1952

Jahrestagung der DVFK in Mainz

1953

Arbeitsgemeinschaften werden eingerichtet
Der Vorstand der DVFK beschließt, in den einzelnen Ländern der Bundesrepublik Deutschland Arbeitsgemeinschaften zu bilden.

Internationale Konferenz für Sozialarbeit in München
Die DFVK lädt in diesem Rahmen am 8. August 1953 zwecks Erfahrungsaustausch zum nachmittäglichen „Tee“ mit ausländischen Krankenhausfürsorgerinnen.

Jahrestagung der DVFK in Königswinter bei Bonn

Hedwig Landsberg zieht zum 1. November 1953 in das Landfriedstift in Heidelberg
Die neue Adresse der DVFK lautet damit Dantestraße 7, Heidelberg.

Jahrestagung der DVFK in Neugrünwald bei München

1954

Die DVFK strebt Gemeinnützigkeit an
Die Mitgliederversammlung am 10. September 1954 beschließt eine Satzungsänderung, mit der es der Vereinigung möglich wird, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Die damit einhergehende Abzugsfähigkeit von Spenden soll die Mitgliedschaft von Wirtschaftsunternehmen in der DVFK befördern.

1956

Neufassung der „Richtlinie für die soziale Krankenhausfürsorge“
Die Richtlinie, herausgegeben von Prof. Dr. Hans Muthesius und Hedwig Landsberg, orientiert sich im Wortlaut an der Fassung von 1939. Rassehygienische Passagen wurden gestrichen, gesundheitsfürsorgerische Aspekte stärker betont.

Der Deutsche Städtetag nimmt in seine Mustersatzung für Städtische Krankenanstalten in der Fassung vom 19. Mai 1956 einen eigenen Paragraphen zur Krankenhausfürsorge auf.

Internationale Konferenz der Sozialarbeit in München vom 5. bis 10. August 1956
Prof. Dr. Hans Muthesius vergibt als Vorsitzender des Deutschen Landesausschusses 20 der für deutsche Teilnehmende reservierten Plätze an die DVFK. Diese lädt dort am 8. August 1956 zwecks Erfahrungsaustausch erneut zum nachmittäglichen „Tee mit ausländischen Krankenhausfürsorgerinnen“ ein.

Tagung und Mitgliederversammlung der DVFK in Berlin 

1957

Tagung der DVFK in Heidelberg

Wechsel der Geschäftsführung und der Adresse
Hedwig Landsberg gibt zum 1. November 1957 die Geschäftsführung an das Vorstandsmitglied Elisabeth Schaerff ab. Diese arbeitet mittlerweile im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMAS) in Bonn. Die Geschäftsstelle der DVFK zieht daher in den Rheinweg 74 in Bonn.

1958

Die Tagung der DVFK in Köln
Die Tagung findet auf Aufforderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft am 13. Juni 1958 als Paralleltagung auf dem 1. Deutschen Krankenhaustag statt.

Erster Fortbildungslehrgang für Krankenhausfürsorgerinnen vom 29. Oktober bis 1. November 1958 in Königswinter.

Die DVFK veröffentlicht die „Ratschläge für Krankenhausfürsorgerinnen in Psychiatrischen Krankenanstalten und Klinken“.

1959

Neufassung der „Richtlinie für soziale Krankenhausfürsorge“
Als Personalbedarf wird darin regelhaft eine Krankenhausfürsorgerin für 250 - 400 Betten empfohlen. Damit werden bereits geltende Richtzahlen der Bundesländer Berlin und Bayern aufgegriffen.

Tagung der DVFK in Freiburg im Breisgau

1960

Auf dem 2. Deutschen Krankenhaustag in Stuttgart lädt die DVFK zu einer Veranstaltung mit dem Thema: „Die Notwendigkeit des Fürsorgedienstes im Krankenhaus“ ein.

Jahrestagung der DVFK in Lüneburg

Der Deutsche Städtetag verabschiedet eine neue Mustersatzungund Musteranstaltsordnung für städtische Krankenanstalten
Auf Bitten der DVFK wird darin § 7 Krankenhausfürsorge ausführlicher gefasst.

1961

2. Fortbildungslehrgang für Krankenhausfürsorgerinnen in Königswinter

1962

Der 3. Fortbildungslehrgang für Krankenhausfürsorgerinnen behandelt Fragen der Sozialarbeit in der Psychiatrie.

1963

Neuordnung von Vorstand, Geschäftsführung und Geschäftsstelle
In der Mitgliederversammlung am 27. April 1963 stellt sich der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Wilhelm Hagen nicht mehr zur Wahl. Er bleibt aber kommissarisch im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Im November 1963 übergibt er den Vorsitz schließlich an den neu in den Vorstand gewählten Dr. Herbert Viefhues. Geschäftsführender 2. Vorsitzender bleibt Prof. Dr. Paul Christian. Dieser ist inzwischen Leiter des von ihm jüngst gegründeten Instituts für Sozial- und Arbeitsmedizin an der Universitätsklinik Heidelberg. Prof. Dr. Christian erklärt sich bereit, die DVFK-Geschäftsstelle über sein Institut laufen zu lassen. Mit der Geschäftsführung betraut er die frisch eingestellte Irmgard Bartsch, die vorher viele Jahre als Krankenhausfürsorgerin in Berlin gearbeitet hatte. Die Geschäftsstelle zieht damit auf das Institutsgelände in der Bergstraße 123 in Heidelberg.

Jahrestagung der DVFK in Mannheim

Hedwig Landsberg wird zum Ehrenmitglied ernannt
Die im Rahmen der Tagung stattfindende Mitgliederversammlung ernennt Hedwig Landsberg zum Ehrenmitglied mit Sitz im Vorstand.

1964

Jahrestagung der DVFK in Göttingen

Umbenennung der Vereinigung: Sozialdienst ersetzt Fürsorge
Die Mitgliederversammlung beschließt am 9. Mai 1964, den Namen in „Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus“ zu ändern. Hintergrund ist, dass die Bezeichnung „Fürsorge" immer noch einen Beigeschmack habe und zunehmend aus dem Sprachgebrauch verschwinde. Dieser Beschluss wird ab 1965 umgesetzt.

Das Mitteilungsblatt der Vereinigung erscheint Ende des Jahres erstmals unter der neuen Bezeichnung „Sozialdienst im Krankenhaus – Mitteilungsblatt und Zeitschriftenübersicht“.