1926 - 1932
Gründung und Entwicklung der Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus
1926
Erste Tätigkeitsberichte geben Aufschluss über Aufgaben der Krankenhausfürsorge
Richtlinien der jüdischen Kranken- und Pflegeanstalten
Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei)
Vom 8. Mai bis 15. Oktober 1926 findet in Düsseldorf die GeSoLei statt. Die Krankenhausfürsorge präsentiert sich bei dieser größten Messe der Weimarer Republik mit rund 7,5 Millionen Besucher*innen mit einem eigenen Ausstellungsbereich und erhält als neuer Zweig der Gesundheitsfürsorge erstmals eine große Aufmerksamkeit.
Gründung eines Ausschusses zur Bildung einer Vereinigung der Krankenhausfürsorgerinnen
Auf der GeSoLei konkretisiert sich die Initiative zur Gründung einer eigenen Fachgesellschaft für Fürsorgedienste im Krankenhaus. Interessierte wurden zu einer ersten Tagung für Krankenhausfürsorgerinnen eingeladen. Diese findet am 18. September 1926 in den Städtischen Krankenanstalten Düsseldorf statt. Die Teilnehmenden beschließen eine Vereinigung der Krankenhausfürsorgerinnen zu gründen. Am Ende der Tagung wird ein Ausschuss eingerichtet, der mit der Bildung der Vereinigung betraut wird. Dieser besteht aus Hedwig Landsberg, Anni Tüllmann, Geheimrat Wilhelm Alter und Direktor Hans Carls.
Beitrittsaufruf zur neu gegründeten Vereinigung
Am 25. Oktober 1926 erfolgt ein Presseaufruf zum Beitritt in die neu gegründete „Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ (DVFK).
1927
Erste Vereinssatzung wird veröffentlicht
Erste Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl
Eingebettet in eine Veranstaltung der Vereinigung Deutscher Kommunal-, Schul- und Fürsorgeärzte mit dem Schwerpunkt „Vertiefung der Arbeit in der Gesundheitsfürsorge" findet am 1. Juli 1927 die erste Mitgliederversammlung der DVFK mit Vorstandswahl in Goslar statt.
Erster Vorstand
Zum 1. Vorsitzenden wird Prof. Dr. Alfred Goldscheider, Ordinarius der Poliklinik und Klinik für Innere Medizin Berlin, gewählt. 2. Vorsitzender wird Dr. Otto Schweers, Leiter sozialhygienische Abteilung im Hauptgesundheitsamt Berlin und Lehrer an der Gesundheitsfürsorgeschule mit Schwerpunkt Krankenhausfürsorge. Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann werden die ersten ehrenamtlichen Geschäftsführerinnen.
1928
2. Tagung der DVFK in Leipzig
Richtlinien für die Ausbildung
Die Konferenz der Wohlfahrtsschulen verabschiedet Richtlinien für die Ausbildung von Krankenhausfürsorgerinnen.
Beratung und Betreuung von Krebskranken
Fürsorgerinnen bieten erstmalig in Deutschland psychosoziale Beratung und Betreuung von an Krebs erkrankten Personen in den Berliner Universitätskliniken an.
Erhebung zum Stand des Fürsorgedienstes im Krankenhaus
Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann führen im Sommer eine Rundfrage durch, deren Ergebnisse sie 1930 veröffentlichen. Es werden Fragebögen an 887 deutsche Krankenanstalten und ins Ausland verschickt. Die insgesamt 583 Antworten ergeben, dass in 249 Anstalten eine Person im Krankenhaus vorhanden ist, die sozialfürsorgerische Aufgaben übernimmt. Diese sind vorrangig hauptamtlich, aber auch nebenberuflich oder ehrenamtlich tätig und nur zum Teil entsprechend ausgebildet.
1930
3. Tagung der DVFK in Dresden
1931
Erstmaliges Erscheinen eines Mitteilungsblattes
Die DVFK verschickt von nun an regelmäßig „Mitteilungsblätter der Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ an ihre Mitglieder. Ab 1940 heißen sie „Mitteilungen der Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“.





