1883 - 1925
Anfänge der Sozialen Arbeit in deutschen Krankenhäusern

1883

Gründung der „Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit zu Berlin"
Die sozialpolitisch engagierten Frauen Jeanette Schwerin und Minna Cauer (Vorsitzende des Berliner Vereins Frauenwohl und Vertreterin der bürgerlichen Frauenbewegung) initiieren die ersten Mädchen- und Frauengruppen für Hilfsarbeit in Berlin.

1896

Erste soziale Fürsorge in Berliner Krankenhäusern
Angeregt von Minna Cauer und angeleitet von Lina Basch weiten die Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit zu Berlin ihr Engagement auf Krankenhäuser aus, zunächst auf die Charité, gefolgt vom Krankenhaus Berlin-Moabit.

1899

Erster Jahreskurs zur beruflichen Ausbildung in der Wohlfahrtspflege in Berlin

1900

Gesundheitsfürsorge als Dach
Die Gesundheitsfürsorge, die nicht-medizinische psychosoziale Aufgaben in der offenen (ambulanten) und geschlossenen (stationären) Fürsorge übernahm, etabliert sich zunehmend. In diesem Umfeld entsteht die soziale Krankenhausfürsorge.

1908

Erste Frauenschule entsteht
Dr. Alice Salomon gründet die ‚soziale Frauenschule‘ in Berlin. Hier wird sozialhygienisches Wissen vermittelt. Auch die ersten Krankenhausfürsorgerinnen besuchen ihre Kurse.

1913

Fachliche Anregungen aus den USA
Elsa Strauß, spätere Mitbegründerin des Komitees Soziale Krankenhausfürsorge, berichtet über ihre Erfahrungen aus der amerikanischen Krankenhaussozialarbeit.

Aufbau der Krankenhausfürsorge in Frankfurt am Main durch Jenny Apolant, Minnie Roessler und Lina Weber. Roessler und Weber unterstützen später die Gründung der Vereinigung.

1914

Soziale Krankenhausfürsorge wird in allen Berliner Krankenhäusern eingerichtet
Der Berliner Magistrat genehmigt einen Antrag mehrerer Mädchen- und Frauengruppen, in allen Krankenhäusern Berlins eine Soziale Krankenhausfürsorge zuzulassen.

Gründung des „Komitees Soziale Krankenhausfürsorge“
Im Juni 1914 wird in Berlin unter der Leitung von Dr. Alice Salomon das „Komitee Soziale Krankenhausfürsorge“ gegründet. Das Komitee organisiert und koordiniert die soziale Fürsorge in den Krankenhäusern. Es bietet Einführungskurse und regelmäßigen Erfahrungsaustausch an. Ein Mitglied des Komitees ist Siddy Wronski, spätere Mitbegründerin der Vereinigung.

1916

Hedwig Landsberg folgt dem Aufruf sich zu engagieren und beginnt als unverheiratete Frau aus vermögendem Haus im Alter von 37 Jahren in der Orthopädischen Klinik der Berliner Universitätskliniken ehrenamtlich als Krankenhausfürsorgerin zu arbeiten. Sie wird später die Gründung der Vereinigung anstoßen und eine der beiden Geschäftsführerinnen werden.

1917

Aufbau der Krankenhausfürsorge in Hamburg und Breslau

1918

Anni Tüllmann, Assistentin der Direktion eines Berliner Privatlyzeums, beginnt sich - ohne fürsorgerische Vorbildung - im Alter von 43 Jahren als Krankenhausfürsorgerin in der Psychiatrie der Nervenklinik der Berliner Universitätskliniken zu engagieren. Sie gehört zu den maßgeblichen Gründerinnen der Vereinigung und war eine der langjährigen Geschäftsführerinnen.

Ende des 1. Weltkriegs und Beginn der Weimarer Republik

Gründung des Vereins „Soziale Krankenhausfürsorge der Berliner Universitätskliniken außerhalb der Charité e. V.“

1922

Erste Geschäftsstelle des Vereins „Soziale Krankenhausfürsorge außerhalb der Charité e. V.“
Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz im Privathaus von Hedwig Landsberg in Berlin, Reichsstraße 12.

1925

Gründung der Frauenhochschule für soziale und pädagogische Frauenarbeit
Unter dem Vorsitz von Dr. Alice Salomon wird eine Weiterbildungsakademie und Forschungseinrichtung auf Hochschulniveau für Frauen in sozialen Berufen errichtet. Diese wird Wirkungskreis bedeutender Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung. Infolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird die Akademie 1933 aufgelöst.

 

Berliner Richtlinien für Soziale Krankenhausfürsorge
Der Berliner Magistrat erlässt Richtlinien zur „Durchführung der sozialen Krankenhausfürsorge in Groß-Berlin“. Darin wurde festgelegt, dass die Krankenhausfürsorgerinnen dem Gesundheitsamt unterstellt sind mit dem jeweiligen Krankenhausdirektor als Vorgesetztem.