Prof. em. Dr. Peter Reinicke

Peter Reinicke ist Diplom-Sozialarbeiter und Diplom-Pädagoge. Er forscht zur Geschichte der Krankenhausfürsorge bzw. dem Sozialdienst im Krankenhaus sowie der Deutschen Vereinigung für die Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) und hat in diesem Bereich große Pionierarbeit geleistet. Er ist das älteste und langjährigste Mitglied der DVSG und war von 1974 bis 1991 im Vorstand der damaligen DVSK engagiert.

Geboren: 7. Mai 1938 in Erfurt

Peter Reinicke wurde 1938 in Erfurt geboren. Später siedelte seine Familie nach West-Berlin über. Zunächst machte er eine Bergmannslehre und arbeitete in der Zeche Zollverein in Essen. Von 1959 bis 1962 absolvierte er ein Studium der Sozialarbeit an der Alice Salomon Fachhochschule Berlin. Nach einer ersten Tätigkeit als Sozialarbeiter im Sozialamt im Bezirk Berlin-Kreuzberg ab 1963 wechselte er zunächst in der Geschlechtskrankenfürsorge in das Gesundheitsamt des gleichen Bezirks und wurde dann 1969 als erster Mann in Deutschland in der Säuglingsfürsorge tätig. 

Ab 1973 übernahm er eine wiederum einmalige Funktion in der Bundesrepublik: In Berlin wurde die Stelle eines Sozialamtsrates beim Senator für Gesundheit und Umweltschutz Berlin mit einer beratenden und koordinierenden Tätigkeit für Sozialarbeiter*innen im Gesundheitswesen geschaffen. Unter anderem war es eine seiner Aufgaben Fortbildungsprogramme zu entwickeln und umzusetzen sowie bei der praktischen Ausbildung von Absolvent*innen der Fachhochschulen für Sozialarbeit und Sozialpädagogik mitzuwirken. In dieser Zeit liegt auch der Beginn seiner umfangreichen Publikationstätigkeit. Erste Veröffentlichungen mit historischem Bezug sind dann ab 1984 zu verzeichnen. 

Nach Beginn seiner Mitgliedschaft bei der DVSK 1974 wurde er im darauffolgenden Jahr in den Vorstand gewählt, dem er durchgehend bis 1991 angehörte. Mit seinem Engagement im Vorstand der DVSG begann auch sein Interesse an der Geschichte der Krankenhausfürsorge und der Entwicklung des Fachverbandes. Ein entscheidender Schritt in seinem Werdegang und für seine Forschungstätigkeit war dann die Berufung zum Professor für den Bereich Sozialarbeit im Gesundheitswesen an die Evangelische Fachhochschule Berlin. Dort lehrte er von 1979 bis 2003. 

Von 1987 bis 1993 studierte er Erziehungswissenschaften an der Technischen Universität Berlin. 1998 erfolgte dann die Promotion zur Geschichte der Sozialen Krankenhausfürsorge in Deutschland. Seine Doktorarbeit wurde im gleichen Jahr als erstes grundlegendes Werk zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Die umfangreiche Materialsammlung, die er in jahrelangen Recherchen zusammen getragen hat, lieferten wesentliche Erkenntnisse zur Verbandsgeschichte der DVSG und der Wegbereiter*innen der Sozialen Arbeit im Krankenhaus. Für seine Verdienste im Fachverband wurde er 2003 zum Ehrenmitglied ernannt.