DVSG-Bundeskongress 2019

Termin:

14. und 15. November 2019

Veranstaltungsort:

Kongress Palais Kassel
Friedrich-Ebert-Straße 152
34119 Kassel

www.kongress-palais.de

Gesundheit für alle!? Benachteiligungen erkennen - Handlungsspielräume nutzen

International und national sind soziale und gesellschaftliche Ungleichheit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen wissenschaftlich belegt. In Deutschland verdeutlicht die Gesundheitsberichterstattung des Bundes, dass sich soziale Benachteiligung auf Gesundheitschancen und Lebenserwartung auswirkt. Für Fachkräfte der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit zeigen sich die Ursachen und Wechselwirkungen von sozialer Lage und Gesundheit in vielfältiger Weise, gestützt auf Erfahrungen aus der täglichen Praxis und aufgrund sozialarbeitswissenschaftlicher Befunde: Menschen in Armut, einem Leben am Rande der Gesellschaft, mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, chronischen Erkrankungen und Behinderung sind gesundheitlich benachteiligt.   

Um gerechtere Chancen auf Gesundheit zu ermöglichen, müssen die gesellschaftlichen Verhältnisse  für alle und insbesondere die in sozial und gesundheitlich prekären Lebenslagen lebenden Menschen, entsprechend ausgebaut werden, um bessere Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Unterstützung zu schaffen. Es gibt vielfältige  Aktivitäten, Projekte, Programme und Aktionspläne, um sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit entgegenzuwirken: von Gesundheitsregionen und anderen kommunalen Strategien bis hin zu Angeboten für vulnerable Gruppen wie Menschen ohne Versicherungsstatus, Migrant*innen  sowie in Armut und Ausgrenzung lebende Menschen. Aus Sicht der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit gelingt die Verminderung von gesundheitlicher Benachteiligung nur nachhaltig, wenn Interventionen zur Verhinderung und Bewältigung sozialer Probleme partizipativ und lebensweltorientiert geplant und umgesetzt werden und auf die Veränderung von Verhältnissen abzielen. Menschen stehen in ständiger Interaktion mit ihrer sozialen und natürlichen Umwelt. Genau mit diesem Fokus setzt gesundheitsbezogene Soziale Arbeit an:   

  • Wie wirkt sich die soziale Lage auf die Gesundheit von Menschen aus oder wie wirkt die gesundheitliche auf die soziale Lage?
  • Welche sozialen, ökonomischen und umweltbezogenen Faktoren wirken auf Lebensweisen und Lebenslagen von Menschen? 
  • Wie können gute Lösungen und Handlungsspielräume gestaltet sein, um mit Ungleichheiten umzugehen und diese nachhaltig zu vermeiden? 
  • Wie finden Aktionspläne, Programme, Projekte usw. im Alltag Anwendung?
  • Wie, wann und wodurch wirken diese Maßnahmen? 

Auf der Einzelfallebene beschäftigt die Fachkräfte Sozialer Arbeit insbesondere die Frage, durch welche konkreten Maßnahmen und Angebote Menschen in ihrer Lebenswelt befähigt und gefördert werden, ihre Handlungsspielräume zu erweitern und zu nutzen. Durch individuelle Fallarbeit eröffnet sie Menschen die Chance gesund zu bleiben bzw. mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einem gelingenden Alltag zu leben. Daneben ist die sozialräumliche Gestaltung von Rahmenbedingungen auf Systemebene von entscheidender Bedeutung, um Interventionen umsetzen zu können.   

Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit nutzt dazu ihre verschiedenen theoretischen und methodischen Zugänge zu den gesundheitsbezogenen Interventionen sowie im Rahmen der Gesundheitsförderung und der gesundheitsbezogenen Prävention.   

Vor diesem Hintergrund werden beim DVSG-Bundeskongress 2019 unter anderem nachfolgende Beiträge im Mittelpunkt des interdisziplinären Austausches und der Diskussion stehen:   

  • Studien-, Praxisforschungsprojekte und Praxisbeiträge, die die sozialen Determinanten für die Gesundheits- und Krankheitsentwicklung beleuchten 
  • Praxisprojekte der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit, die zur Vermeidung oder zum Abbau sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit beitragen, biopsychosoziale Folgen von gesundheitlichen und behinderungsbedingten Beeinträchtigungen verhindern oder reduzieren   
  • Forschungsbeiträge, die die Wirkung von Interventionen Sozialer Arbeit zur Bekämpfung gesundheitlicher Ungleichheit belegen
  • Projekte, die Praxis und Theorie miteinander verknüpfen (Lehre und Forschung in die Praxis/Praxis in die Lehre und Forschung)
  • Beiträge, die veränderte Rahmenbedingungen zur Verwirklichung von Teilhabechancen und Chancengleichheit mit  Beteiligten aus Politik, Gesellschaft (Selbstvertretung) und Sozialer Arbeit thematisieren
  • Forschungs- oder Praxisprojekte aus der Sozialen Arbeit mit thematischem Bezug zu einzelfallbezogenen, sozialräumlichen oder gesellschaftlichen Folgen sozialer Ungleichheit
  • Erkenntnisse, Handlungs- und Lösungsansätze für mehr gesundheitsbezogene Chancengerechtigkeit auf der Grundlage von Fallkonstellationen, Lebenslagen oder Teilhabeverwirklichungen