DVSG-Bundeskongress 2017

Termin:

19. und 20. Oktober 2017

Veranstaltungsort:

Kongress Palais Kassel
Friedrich-Ebert-Straße 152
34119 Kassel

www.kongress-palais.de

DVSG-Bundeskongress 2015

Zugang zu Gesundheits- und Sozialleistungen für alle Bevölkerungsgruppen sicherstellen

Der DVSG-Bundeskongress Soziale Arbeit im Gesundheitswesen fand am 5. und 6. November 2015 in Münster/Westfalen statt. An dem Fachkongress und der begleitenden Fachausstellung nahmen rund 600 Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland teil. Unter dem Leitthema „Menschen erreichen – Teilhabe sichern“ stand im Mittelpunkt der fachlichen Beratungen das Phänomen, dass bei einer ausgeprägten sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft ausgerechnet benachteiligte und gesundheitlich besonders belastete Bevölkerungsgruppen vergleichsweise schlecht von gesundheitlichen Versorgungs- sowie Beratungs- und Präventionsleistungen erreicht werden. Damit kommt es bei benachteiligten Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen häufig zu einer weiteren Verschlechterung von Teilhabemöglichkeiten.

 Gesundheit ist eine zentrale Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe. Die Möglichkeiten zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Gesundheit sind jedoch stark von dem sozialen Status abhängig. Soziale Einflussfaktoren und benachteiligende soziale Lage können sich über alle Lebensphasen hinweg negativ auf den Gesundheitszustand auswirken und erhebliche Auswirkungen auf die sozialen Teilhabechancen haben. So können soziale Risikofaktoren wie Armut und Arbeitslosigkeit als Ursache und als Folge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen angesehen werden. Beispielsweise stellt Arbeitsunfähigkeit aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen ein erhebliches Armutsrisiko dar. Umgekehrt gehen mit Armut erhebliche Gesundheitsrisiken einher. Die betroffenen Menschen sind damit der Gefahr ausgesetzt, in einen Teufelskreislauf zu geraten. Für eine nachhaltige Entlastung dieser besonders betroffenen Personengruppen ist eine stärkere Bedürfnisorientierung des Versorgungssystems notwendig. Diese ist jedoch nur dann umzusetzen, wenn ineinandergreifende Versorgungsketten in einer engen Vernetzung der verschiedenen Beratungs-,  Hilfe- und Unterstützungsleistungen aufgebaut werden. Hierfür bedarf es einer gesetzlichen Absicherung und einer soliden Finanzierung.

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Schirmherrin des Kongresses, Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, dass die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe von gesundheitlich beeinträchtigten Menschen, insbesondere in prekären Lebenslagen, nicht alleine dem Gesundheitswesen als Aufgabe zugewiesen werden könne. Die Lösungsansätze seien mehrdimensional angelegen und würden alle gesellschaftlichen Bereich betreffen. Der Sozialen Arbeit komme die wichtige Rolle zu, als Schnittstelle zwischen dem Gesundheitswesen, dem Sozialwesen und der konkreten Lebenswelt der betroffenen Menschen im Sinne eines Case Managements zu vermitteln.

Sozialdienste und ambulante gesundheitsbezogene Beratungsstellen spielen beim Zugang zu den Leistungen und Angeboten des Gesundheitswesens für alle Gruppen eine zentrale Rolle. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen zielt dabei auf die Stärkung einer möglichst autonomen und selbstbestimmten Lebensführung trotz gesundheitlicher und funktioneller Einschränkungen. Auf individueller Ebene setzt die Soziale Arbeit bei Gesundheitsförderung und der Prävention von Gesundheitsrisiken sowie der Erschließung von Gesundheitsleistungen und kompensatorischen Sozialleistungen an. Gleichzeitig werden die betroffenen Menschen bei der Bewältigung von Krankheitsfolgen, wie Behinderung, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit sowie weiteren persönlichen und beruflichen Auswirkungen begleitet und unterstützt.

„Um den existierenden Problemen besser begegnen zu können, werden zielgruppengerechte Angebote und Leistungen benötigt. Daneben müssen Beratungsleistungen im Gesundheitswesen systematischer vernetzt werden“, fasst Ulrich Kurlemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) und Leiter der Stabsstelle Sozialdienst / Case Management des Universitätsklinikums Münster die wesentlichen Forderungen des ersten Kongresstages zusammen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Riedl zum Thema „Was es für Geld nicht zu kaufen gibt“ beschloss den DVSG-Bundeskongress 2015 mit vielen erfrischenden Impulsen und ungewöhnlichen Blickwinkeln …. Wird noch ergänzt

An beiden Tagen fanden insgesamt 16 Foren und Workshops statt, die eine breite Palette aus übergreifenden Themen und spezifischen Fragestellungen aus den Arbeitsfeldern der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit abbildeten.

Die Projektgruppe „Students and Young-Professionals – SaY“ hat während der beiden Kongresstage noch im Studium befindliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihren Eindrücken auf dem Kongress und ihren Perspektiven auf weitere Entwicklungen der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen und der DVSG interviewt. zu den Interviews