Workshop 4

Versorgungslücken in der psychiatrischen Behandlung

Der Sachverständigenrat für die Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) fordert in seinem Gutachten 2018, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen eine gestufte, bedarfsgerechte, personenzentrierte sektoren-und settingübergreifende Versorgung bekommen. Derzeit scheitert im gegliederten Sozialleistungssystem eine umfassende, bedarfsgerechte und lebensweltorientierte Leistungserbringung häufig an rechtlichen und strukturellen Hindernissen. Notwendig ist eine koordinierte und kooperative Leistungserbringung, die im individuellen Fall alle ambulanten und stationären Leistungen über alle Sektoren nach einem  ganzheitlichen Ansatz bündelt. Ein Report der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von 2014 konstatiert für Deutschland, dass insbesondere notwendige ambulante Versorgungsmodelle für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen kaum umgesetzt werden. Um bestehende Versorgungslücken zu schließen muss durch entsprechende Regelungen und Finanzierungen in den diversen Gesetzen der Aufbau multiprofessioneller, ambulant-aufsuchender Teams zu fördert werden.

Im diesem Workshop wird zunächst der Katalog der vorhandenen Leistungen innerhalb des gegliederten Sozialystems erläutert. Danach werden Ergebnisse des Forschungsprojekts RECOVER vorgestellt. Das Projekt, hat das Ziel Versorgungslücken zu schließen. Als praktisches Beispiel dient der Hamburger gemeindepsychiatrische Träger PST e.V. und dessen Vernetzung in der Versorgungsregion. Abschließend wird über die Aktivitäten und Verbesserungsvorschläge der „ Initiative Akutpsychiatrie Hamburg“ berichtet.

Mitwirkende:

  • Ambulante Leistungen für psychisch kranke Menschen – der Versuch einer Übersicht
    Bettina Lauterbach, DVSG-Vorstand, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Recover – Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt zur Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen
    Prof. Dr. Martin Lambert, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    Christin Wills, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Vernetzte ambulante Sozialpsychiatrie: Das Beispiel des psychosoziale Trägervereins in Hamburg
    Herbert Villhauer, Psychosozialer Trägerverein - PST gGmbH, Hamburg

Moderation:

  • Bettina Lauterbach, DVSG-Vorstand, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf