Workshop 3

Menschen ohne Krankenversicherungsschutz im Gesundheitswesen: Eine interaktive Sprechstunde

Auf Basis von Artikel 12 des UN Sozialpakts ist Deutschland verpflichtet jedem in Deutschland lebendem Menschen medizinische Versorgung zu gewährleisten. Ebenso wird im Grundgesetz das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und damit der Zugang zum Gesundheitssystem zugesichert.

Krankenhäuser und ambulante medizinische Hilfseinrichtungen sehen sich in ihrem Berufsalltag trotzdem verstärkt mit der Behandlung von Menschen ohne bestehenden bzw. mit eingeschränktem Krankenversicherungsschutz konfrontiert. Insbesondere von Armut betroffene Bevölkerungsgruppen, Menschen in prekären Lebenssituationen am Rande der Gesellschaft sowie Migrant*innen und Geflüchtete sind oftmals von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen bzw. haben nur einen sehr eingeschränkten Zugang.

Fachkräfte der Sozialen Arbeit können mit ihrer Beratungskompetenz Lösungsansätze und Hilfestellung leisten, um Menschen eine Rückführung in die sozialen Sicherungssysteme und damit eine gerechte Chance auf Gesundheit zu ermöglichen. Aufgrund der heterogenen sozialrechtlichen Zugangswege, hohen administrativen Barrieren bei Krankenversicherungen und Sozialleistungsbehörden sowie komplexen Lebenslagen gestaltet sich die Beratungspraxis häufig als schwierig und zeitaufwändig.

In diesem Workshop werden Fälle aus dem Berufsalltag der Teilnehmer*innen des Workshops anonymisiert und praxisorientiert erörtert. Gemeinsam werden dann eine methodische Herangehensweise und Lösungsansätze erarbeitet, um die spezifische Fachlichkeit und Handlungskompetenz für die Beratung von Menschen ohne Zugang zum Krankenversicherungsschutz zu stärken. Bearbeitet werden Fallkonstellationen für unterschiedliche Zielgruppen: Probleme und Möglichkeiten des Zugangs zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung bzw. zur Absicherung im Krankheitsfall sowie zur Sozialhilfe für Geflüchtete und Migrant*innen aus Staaten außerhalb der EU sowie für EU-Bürger*innen und Drittstaatler*innen.

Mitwirkende und Moderation

  • Nele Kleinehanding, Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. Mainz
  • Dr. Ingo Neupert, Universitätsklinikum Essen