Forum 7

Gesundheit und Armut: Im Fokus wohnungslose Menschen

Gesundheitliche Versorgung zählt zu den elementaren Bedingungen der Existenzsicherung. Viele Menschen haben keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem. „Ärzte der Welt e.V.“  schätzt, dass Hunderttausende keinen ausreichenden Zugang zu medizinischen Leistungen haben. Vor diesem Hintergrund weist Ärzte der Welt mit dem Gesundheitsreport 2018 auf konkrete Lücken sowie Barrieren im Zugang zu medizinischer Versorgung im deutschen Gesundheitssystem hin.

Wohnungslose Menschen sind aufgrund ihrer Lebensbedingungen erheblichen gesundheitlichen und sozialen Risiken ausgesetzt. Sie zählen zu der sozial benachteiligte Gruppe mit dem schlechtesten Gesundheitszustand. Gleichzeitig haben sie nur einen unzureichenden oder überhaupt keinen Zugang zum medizinischen Regelsystem. Ohne niedrigschwellige Angebote wären sie häufig gänzlich von einer medizinischen Versorgung abgeschnitten. Allerdings sind diese Hilfen nicht flächendeckend finanziell gesichert. In Empfehlung der BAG Wohnungslosenhilfe werden die Hilfebedarfe sowie die Anforderungen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung dieser Menschen dargestellt.

Ein Beispiel eines niedrigschwelligen Angebotes ist das MedMobil in Stuttgart, das medizinische Versorgung und soziale Beratung für wohnungslose und mittellose Menschen anbietet. Die medizinische Versorgung erfolgt kostenlos und anonym für Menschen mit und ohne Krankenversicherung. Ursprünglich aufgrund einer zweckgebundenen Erbschaft finanziert wurde das MedMobil mittlerweile als deutschlandweit einziges Projekt dieser Art von der Stadt Stuttgart in eine Regelfinanzierung übernommen.

Mitwirkende:

  • Verwehrtes Recht auf Gesundheit. Krank und ohne medizinische Versorgung in Deutschland
    Carolin Bader, Ärzte der Welt e.V., München
  • Recht auf Gesundheit: Empfehlung zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Menschen in einer Wohnungsnotfallsituation
    Sabine Bösing, BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Berlin
  • Das Projekt MedMobil: Eine Brücke ins reguläre Gesundheits- und soziale Hilfesystem
    Jakob Reineke, Ambulante Hilfe Stuttgart e.V.

Moderation:

  • Daniela König, DVSG-Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen, Klinikum Bielefeld