Forum 24

Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit: Sozialraumorientiert und nah dran

Gesundheitskompetenzen der Menschen werden durch den Sozialraum unmittelbar beeinflusst. Ein gutes soziales Umfeld ist sowohl Ressource zur Entwicklung von Resilienz als auch förderlicher Faktor für die Genesung nach traumatischen oder krankheitsbedingten Ereignissen. Menschen mit einem subjektiv empfundenen positiven sozialen Umfeld haben ein Ziel, für das es sich lohnt, gesund zu werden.

Zunehmend stehen nicht nur benachteiligte Stadtteile und Regionen im Fokus einer gesundheitsbezogenen sozialraumorientieren Sozialen Arbeit. Viele Anliegen bedürfen einer multiprofessionellen Herangehensweise, die sektorenübergreifend wirkt. Auf Landes- oder kommunaler Ebene werden die relevanten Lebensbereiche Gesundheit, Pflege und Wohnen aber kaum sektorenübergreifend und sozialraumorientiert zusammengeführt. Gerade für „benachteiligte“ Bevölkerungsgruppen wird der Zugang zu Angeboten in unterschiedlicher Weise beschränkt und erschwert.

Nach Krankenhaus- und Reha Aufenthalten zeigt sich die Bedeutung von Angeboten und Strukturen im Sozialraum oftmals besonders deutlich durch

  • Nicht-Vorhandensein von bezahlbaren, barrierefreien Wohnungen,
  • fehlende Versorgungsangebote vor Ort (Geschäfte, Ärztinnen und Ärzte, Pflegedienste, Post, Bank),
  • fehlende Beratungsstrukturen vor Ort  zu Finanzierung und Organisation von Unterstützungsangeboten,
  • Fehlender barrierefreier Zugang zu sozialen Treffpunkten, fehlende Sitzbänke und Möglichkeiten, Toiletten im öffentlichen Raum zu nutzen

Vor diesem Hintergrund werden in diesem Forum folgende Fragen diskutiert:

  • Wie können gesundheitsrelevante Aspekte in die Entwicklung von Sozialräumen integriert und für alle Menschen zugänglich gemacht werden?
  • Wo gibt es Schnittstellen zwischen Sozialer Arbeit im Krankenhaus und in Rehabilitationskliniken und den angrenzenden Sozialräumen?
  • An welchen Stellen und wie ist Vernetzung und Kooperation z.B. mit lokaler Stadtplanung, Wohnungswirtschaft und Politik notwendig?

Mitwirkende:

  • Im Quartier bleiben – Nachbarschaft leben
    Susanne Tyll, Koordination Wohnberatung NRW
  • Gesundheit und Inklusion im Sozialraum – Theoretische Konzepte für praktisches Handeln
    Prof. Dr. Hendrik Baumeister, Inklusive Quartiersentwicklung, Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (Ev. Hochschule RWL)

Moderation:

  • Anne Wiegers, DVSG-Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum