Forum 23

Zugangsbarrieren für Asylsuchende und Geflüchtete mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Die Zugänge für Asylsuchende und geflüchtete Menschen zum Gesundheitsversorgungssystem in Deutschland sind durch zahlreiche Barrieren gekennzeichnet, die eine Mindestversorgung erschweren und insbesondere für geflüchtete Menschen mit Behinderung gesundheitliche Chancengleichheit behindern.

Ím Forum werden pointiert die theoretischen Erkenntnisse zu gesundheitlicher Versorgung und Teilhabeleistungen von geflüchteten Menschen mit gesundheitlichen Problematiken vorgestellt und diese in den Kontext von Asylverfahrens- und Aufnahmerichtlinien verortet.

Thematisiert wird die gängige Rechtspraxis im Zugang zu Gesundheits- und Teilhabeleistungen, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich erfolgt und somit die bestehende gesundheitliche Ungleichbehandlung von Asylsuchenden und geflüchteten Menschen vergrößert. In den Blick werden insbesondere geflüchtete Menschen mit Behinderung genommen, die als Asylsuchende und Geflüchtete einerseits klar den exkludierenden sozialrechtlichen Einschränkungen dieser Gruppe ausgesetzt sind und anderseits dem gesellschaftlichen Anspruch, das Grundprinzip der Inklusion von Menschen mit Behinderung zu wahren, für sich in Anspruch nehmen könnten, jedoch auch da auf Barrieren stoßen..

Die Frage nach den passgenauen Navigationshilfen für Asylsuchende und geflüchtete Menschen, die die Zugänge zum Gesundheitsversorgungssystem erleichtern sollen, wird darüber hinaus im Forum erörtert. Dabei werden exemplarisch die Nützlichkeit solcher Hilfen und mit deren Einsatz verbundene Schwierigkeiten untersucht.

Mitwirkende:

  • Soziale und gesundheitliche Ungleichheit im Zugang zu Gesundheits- und Teilhabeleistungen: Barrieren für geflüchtete Menschen mit Beeinträchtigungen
    Mirjam Schülle, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Wo Inklusion und Ausgrenzung kollidieren?! Die Feststellung besonderer Schutzbedürftigkeit als Grundlage angemessener sozialer und gesundheitlicher Unterstützung für geflüchtete Menschen mit Behinderungen.
    Cornelius Lätzsch, Universität Hamburg
  • „Das Heft ist toll, aber wir setzen es nicht ein.“ Eine Mixed Methods-Studie zur Usability eines „Gesundheitsheftes für Asylbewerber“ in der medizinischen Routineversorgung von Asylbewerbern in Sachsen-Anhalt.
    Marie Korn, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Moderation:

  • Katarina Prchal, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin