Forum 17

Die besondere Situation pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz - eine Forschungsperspektive auf Versorgungsbedarfe und Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit

Eine Vielzahl von Studien belegen, dass pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt sind. Neben körperlichen und emotionalen Erkrankungen, gibt es Auswirkungen auf die soziale und berufliche Teilhabe und eine damit verbundene Einschränkung der Lebensqualität. Besonders die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf spielt hierbei eine wichtige Rolle und muss u.a. auch politisch und gesellschaftlich hinterfragt werden. Dabei ist es wichtig, die spezifischen Bedarfe pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz zu identifizieren und die Ressourcen in den Fokus zu stellen.

Eine medizinische Rehabilitation ist wirksam und trägt dazu bei, pflegende Angehörige zu entlasten. Allerdings ist der Effekt oft nicht nachhaltig. In den letzten Jahren wurden verschiedene Interventionen entwickelt, die pflegenden Angehörigen Hilfestellung und Unterstützung bieten können. In der vorgestellten Intervention geht es um die fachliche Begleitung pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz im Rahmen telefonischer Nachsorgegruppen. Untersucht wird die Wirksamkeit dieser Gruppen im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten prospektiven Längsschnittstudie (Mixed-Methods-Studie).

Bei erfolgreicher Evaluation könnten die telefonischen Nachsorgegruppen in der beteiligten Reha-Klinik fest etabliert werden. Das Angebot wäre durch geringfügige Anpassungen auch für pflegende Angehörige körperlich Kranker geeignet oder könnte für nicht pflegespezifische Reha-Indikationen angepasst werden.

Mitwirkende:

Moderation:

  • Susanne Lessing, DVSG-Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein, Universität Leipzig, AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg