Vereinbarung zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Eine Chance für die Soziale Arbeit!

Die Vereinbarung zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase für Menschen in vollstationären Pflegeeinrichtungen oder Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen (gVP) trat am 01.01.2018 in Kraft.

Gemäß § 132g Abs. 1 SGB V können nun zugelassene Pflegeeinrichtungen im Sinne des § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII ihren Bewohner*innen, die gesetzlich krankenversichert sind, eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten.

Zielgruppe

Auf Hilfe und Pflege angewiesene Menschen und/oder die ihnen nahestehenden Personen machen sich häufig Gedanken, die eine Auseinandersetzung mit Fragen zu pflegerischen Maßnahmen, medizinischer Behandlungen sowie psychosozialer Unterstützung in Vorbereitung auf die letzte Lebensphase erfordern.

Den Bewohner*innen soll dadurch ermöglicht werden, ihre individuelle Situation, ihre Vorstellungen über pflegerisch-medizinische Abläufe sowie die Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Interventionen palliativ-medizinischer und palliativ-pflegerischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase zu beleuchten, zu besprechen und ggf. festhalten zu lassen im Rahmen einer Patienten-, Betreuungs- oder Notfallverfügung. Bedürfnisorientiert soll dabei auch die psychosoziale Versorgung sowie die seelsorgerlich-spirituelle und hospizliche Begleitung berücksichtigt und festgelegt werden.

Vorgehensweise

Im Rahmen von Beratungsgesprächen und Fallbesprechungen soll so umfassend wie vom Bewohner oder der Bewohnerin gewünscht, der „letzte Wille“ mit allen an der Versorgung und Begleitung Beteiligten möglichst rechtssicher kommuniziert sein. Bereits vorhandene Vorsorgeinstrumente, wie Vollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen sind dabei zu beachten, zu berücksichtigen und ggf. an aktuelle veränderte Entscheidungen anzupassen. Dies ist als vorteilhaft zu erachten vor allem, wenn der Bewohner oder die Bewohnerin zum Zeitpunkt einer Entscheidung über eine Behandlung oder einen Behandlungsabbruch nicht mehr zu einer eigenen Willensäußerung in der Lage ist.

Stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen können sich entscheiden, die gVP für die letzte Lebensphase

  • selbst durchzuführen und anzubieten,
  • in Kooperation mit mehreren Einrichtungen eines Trägers oder auch trägerübergreifend oder
  • in Kooperation mit externen regionalen Anbietern durchführen zu lassen (mittels Vertragsvereinbarung)

Rahmenbedingungen

Die Finanzierung der gVP erfolgt für gesetzlich krankenversicherten Bewohner*innen über die Krankenkasse. Die Inanspruchnahme der gVP durch diese Bewohner*innen ist freiwillig.

Die Finanzierung der gVP ist an die Qualifikation der Berater*innen geknüpft. Diese wird in der Vereinbarung ausführlich beschrieben.

Chance für die Sozialarbeit

Und hier sind vor allem die Chancen für die Soziale Arbeit innerhalb der Einrichtungen oder für die Soziale Arbeit bei den entsprechenden Kooperationspartnern zu sehen. Die

Näheres über die Inhalte und Anforderungen der gesundheitlichen Versorgungsplanung hat der GKV-Spitzenverband gemäß § 132g Abs. 3 SGB V gemeinsam mit den Vereinigungen der Träger der vollstationären Pflegeeinrichtungen nach § 43 SGB XI und der Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII im Rahmen dieser Vereinbarung am 13.12.2017 verabschiedet.

Download der Vereinbarung