Hinweise für Beratung, Online-Beratung, Telefonberatung

Vorübergehende Vereinbarungen in Corona-Zeiten mit Relevanz für Beratungen (z. B. zum Zugang zu Sozialleistungen)

Konkrete Vereinbarungen für die Beratung der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit:

  • 17.04.2020: Krankschreibungen setzen wieder eine ärztliche Untersuchung voraus – Befristete Ausnahmeregelung zur telefonischen Anamnese wird nicht verlängert
  • 27.03.2020: Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) - Weitere bundeseinheitliche befristete Sonderregelungen für Krankenhäuser und Ärzte/Ärztinnen
    Zusammenfassung relevanter Änderungen überwiegend befristet bis 31.05.2020:
    1. Entlassmanagement in Krankenhäusern
    - Verordnung für größere Packungsgrößen von Arzneimitteln möglich
    - Verordnungsdauer für Arznei- und Verbandsmittel und Häusliche Krankenpflege, Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie, Heil- und Hilfsmittel und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zu 14 Kalendertagen nach Entlassung möglich
    2. Ambulante ärztliche Versorgung
    - Verordnungsmöglichkeiten nach telefonischer ärztlicher Anamnese ab sofort möglich für:
       - Arzneimittelerstverordnungen
       - Folgeverordnungen für Häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Krankentransport und -fahrten,      Heilmittel für bis zu 14 Kalendertagen
       - Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausschließlich bei Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen für bis zu 14 Kalendertagen (befristet bis 19.04.2020)
    - Erstverordnungen für Häusliche Krankenpflege können über 14 Tage hinaus verordnet werden
    - Folgeverordnungen für Häusliche Krankenpflege können für bis zu 14 Tage rückwirkend verordnet werden und sind ohne Begründung gültig
    - Frist zur Vorlage von Erstverordnungen bei der Krankenkasse auf 10 Tagen verlängert; dies gilt für Häusliche Krankenpflege, Spezialisierte ambulante Palliativversorgung und Soziotherapie
    - Frist der Gültigkeit von Heil- und Hilfsmittel Verordnungen ausgesetzt
    - Krankentransporte für COVID 19 erkrankte und verdächtige Personen zu nicht aufschiebbaren zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen vorübergehend nicht genehmigungsbedürftig
    - Fahrten zu vorstationären Behandlungen können für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung verordnet werden
    - Fahrten zu nachstationären Behandlungen können für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen verordnet werden
    3. Sonderregelungen aufgrund der COVID-19-Pandemie
    4. Arzneimittel-Richtlinie: Sonderregelungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie betreffend §§ 8, 9 und 11 der AM-RL
    5. Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie: Feststellung von Arbeitsunfähigkeit aufgrund telefonischer Anamnese für einen Zeitraum von bis zu 14 Kalendertagen 

    Weitere geänderte Bestimmungen, Ausnahmen von Anforderungen an Qualitätssicherung und konkrete Befristungen einzelner Maßnahmen:
    https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen/855/
  1. Grundsicherung nach SGB II/SGB XII
    - Vereinfachte Antragsbearbeitung durch Wegfall der Vermögensprüfung für einen Zeitraum von 6 Monaten für Neuanträge zwischen dem 01.03.2020 bis 30.06.2020, wenn es sich offensichtlich um kein erhebliches Vermögen handelt (ist im Antrag anzugeben)
    -  tatsächliche Aufwendungen für Unterkunft und Heizung gelten automatisch als angemessen für einen Zeitraum von 6 Monaten
    - keine Weiterbewilligungsanträge erforderlich, sofern Weiterbewilligung im Zeitraum vom 31.03.2020 bis 31.08.2020 beantragt werden müsste; Anträge gelten automatisch weiter für 12 Monate, es sei denn, diese waren vorher schon befristet, dann werden sie nur für weitere 6 Monate automatisch bewilligt (Annahme von unveränderten Verhältnissen)
  2. Kinderzuschlag (bei Familienkasse, die Kindergeld auszahlt, zu beantragen)
    - keine Weiterbewilligungsanträge erforderlich, sofern Weiterbewilligung im Zeitraum vom 01.04.2020 bis 30.09.2020 beantragt werden müsste; Anträge gelten automatisch weiter für 6 Monate
    - befristeter Wegfall der Vermögensprüfung für Neuanträge zwischen dem 01.04.2020 bis zum 30.09.2020, zudem ist Einkommen ausschließlich aus dem Vormonat des Bewilligungszeitraums maßgeblich
  3. Kurzarbeitergeld und Hinzuverdienst
    - versicherungsfreier Hinzuverdienst neben dem Bezug von Kurzarbeitergeld zwischen dem 01.04.2020 bis zum 31.10.2020 bis zur Höhe des bisherigen Entgelts aus Beschäftigung möglich, sofern es sich um eine Beschäftigung in systemrelevanten Bereichen handelt (z. B. Gesundheitsbereich, Landwirtschaft etc.)
  4. Altersrente und Hinzuverdienst
    - Hinzuverdienst im Zeitraum bis 31.12.2020 bis zu 44.590 EUR neben Altersrente anrechnungsfrei möglich, es erfolgt keine Anrechnung dieses Hinzuverdienstbetrages auch bei vorzeitig in Anspruch genommenen Altersrenten für Landwirte
  5. Geringfügige Beschäftigung
    -Zeitgrenzen für geringfügige Beschäftigung in Form der kurzfristigen Beschäftigung befristet auf eine Höchstdauer von fünf Monate oder 115 Tage zwischen dem 01.03.2020 bis zum 31.10.2020 ausgeweitet, sofern es sich um Saisonarbeit in der Landwirtschaft handelt und Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird und Betrag von 450 EUR übersteigt
  • 25.03.2020: Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen: Der GKV-Spitzenverband hat allen gesetzlichen Krankenkassen empfohlen, die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge vorübergehend zu erleichtern, also den Unternehmen und Selbstständigen, die nachvollziehbar aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, zu ermöglichen, die Sozialversicherungsbeiträge vorübergehend später zu zahlen. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 30. April 2020 befristet und greifen erst, wenn andere Regelungen zur Entlastung ausgeschöpft wurden.

Eine Auswahl an online- und/oder telefonischen Beratungsangeboten

Überblick:

Online-verfügbare Literatur zu Online-Beratungen:

Speziell für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und/oder Eltern:

  • „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche: 116 111
  • Elterntelefon: 0800 111 0550
  • Hilfetelefon „Schwangere in Not“: 08004040020

Speziell für Frauen

Speziell für Personen mit Gewalterfahrungen

  • Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“: 08002255539

Bündelung von Online-Beratungsangeboten (insbesondere für Menschen mit Fluchterfahrungen)