Neues aus dem Bundesverband

02.02.2018

Fachwissen und Vernetzung hilft Sozialdiensten - Kooperative Fortbildung in Erfurt zum Entlassmanagement

Kategorie: Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen

Das Entlassmanagement in deutschen Krankenhäusern funktioniert in der Umsetzung verschieden, was sich spürbar auf die Arbeit der Sozialdienste in den Klinken auswirkt. Bei einer Fortbildung am 12. Januar 2018 in Erfurt, standen die aktuellen Anforderungen an das Entlassmanagement in Akut- und Rehabilitationskliniken im Mittelpunkt des Interesses.  Die DVSG-Landesarbeitsgemeinschaften Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten gemeinsam zu dieser Veranstaltung eingeladen, an der DVSG-Mitglieder und weitere Interessierte aus fünf Bundesländern teilnahmen  und die Gelegenheit zum intensiven Austausch nutzten.

Den fachlichen Input lieferte der Expertenbeitrag von Sibylle Kraus, die selbst einen Sozialdienst eines Berliner Krankenhausverbundes leitet und sich ehrenamtlich im Vorstand der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) zum Thema engagiert.

Neben dem aktuellen rechtlichen Umsetzungsstand wurden Beispiele zu prozesshaften Umsetzungsmöglichkeiten in einem nach § 39 Abs. 1a SGB V strukturierten Entlassmanagement referiert und von den Teilnehmer*innen rege diskutiert. Eine wichtige Empfehlung der Referentin bei allen gestellten Fragen war, dass Sozialdienste in den Kliniken insbesondere zu den Kann-Leistungen des Rahmenvertrags rechtlich geprüfte Verfahrensanweisungen und interdisziplinär abgestimmte Prozesse im Alltag einfordern müssen. Insbesondere Themen wie der Umgang mit Hilfsmittelverordnungen, Patient*innenzustimmung oder -ablehnungen eines Entlassmanagements, ein beispielhafter Entlassplan oder ein vorgestellter Prozessplan zum Entlassmanagment nach Rahmenvertrag wurden rege diskutiert.

Dank der länderübergreifenden Initiative von Andrea Brümmel (Sozialdienst, Thüringen Kliniken, Sprecherin der LAG Thüringen), Katrin Mimus (Sozial und pflegerischer Fachdienst, Stadt Leipzig, Sprecherin der LAG Sachsen) und Stephanie Krüger (Sozialdienst, Universitätsklinikum Halle, Sprecherin der LAG Sachsen-Anhalt) wurde dieser Erfahrungsaustausch ebenso zu einem gelungenen Beispiel für Vernetzung und fachlichem Diskurs der Fachkräfte der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit. Verschiedenste Beispiele aus der Praxis illustrierten an diesem Tag, die in den verschiedenen Kliniken praktizierten oder geplanten Umsetzungsschritte der neuen rechtlichen Regelungen, zeigten aber auch die noch bestehenden administrativen und organisatorischen Unklarheiten im Klinikalltag deutlich auf.

Die Umsetzung des Rahmenvertrages nach § 39 Abs. 1a SGB V in den Kliniken bleibt damit sehr heterogen, auch weil wichtige Voraussetzungen wie beispielsweise die Rahmenvertragsverhandlungen in der Rehabilitation noch ausstehen oder ganz praktisch die Einbindungen der Sozialdienste in die interdisziplinäre Umsetzung im Alltag sehr verschieden gelebt wird.

Es bleibt auch in Zukunft ein Auftrag für die Fachkräfte der Sozialen Arbeit sich in den interdisziplinären Diskurs ihrer Kliniken mit einzubringen, um die Umsetzung mit zu gestallten. Fundiertes Fachwissen und eine inner- und außerklinische Vernetzung hilft in der Praxis dabei, Gestaltungsspielräume im Entlassmanagementalltag besser nutzen zu können.

Neben den Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedensten Fachthemen im Entlassmanagement und in der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit, bietet die DVSG auch einen Überblick zu den Umsetzungshinweisen der wichtigen Akteure und zu interessanten Fachveröffentlichungen zum Thema.