Neues aus dem Bundesverband

02.12.2019

Personalausstattung in der Psychiatrie und Psychosomatik: Psychosoziale Therapien bleiben unberücksichtigt

Kategorie: Bundesverband

Die DVSG hat zur Erstfassung der Richtlinie zur Personalausstattung in der Psychiatrie und Psychosomatik, die durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) am 19. September 2019 verabschiedet wurde, Stellung genommen. Aus Sicht der DVSG verhindert die Richtlinie eine fachliche Weiterentwicklung der Psychiatrie und Psychosomatik in einem multiprofessionellen und am Bedarf der Patient*innen orientierten Sinne und verschärft die prekäre Versorgungssituation für psychisch Kranke und deren Angehörige. In der Sozialen Arbeit und den Fachtherapien sind in vergleichbarer Weise wie in anderen Berufsgruppen fachliche Entwicklungen seit der Festlegung der ehemaligen Psych-PV vor 30 Jahren vorangeschritten, die für eine verbesserte Versorgungsqualität in den Kliniken sorgen. Dennoch wurden die Personalzahlen und Regelaufgaben in diesen Berufsgruppen unverändert übernommen.

Sollte der GBA auch bei der vorgesehenen Evaluation und Weiterentwicklung der Richtlinie weiterhin Fachkräfte für Soziale Arbeit und Fachtherapien ausschließen ist vorhersehbar, dass den Patient*innen weiterhin ein erheblicher Teil der aktuell möglichen und in Leitlinien vorgesehenen Behandlungsmöglichkeiten vorenthalten bleiben. Die hier beschriebenen Tätigkeiten in den Bereichen der Sozialen Arbeit, der Ergotherapie, der Bewegungstherapie und der Künstlerischen Therapien wie Musik-, Kunst-, Tanz- und Theatertherapie finden sich in den aus der alten Psych-PV übernommenen Regelaufgaben nicht wieder und sind offensichtlich auch in den nun festgelegten Minutenwerten nicht berücksichtigt. Wie unter diesen Rahmenbedingungen leitliniengerechte Behandlung in diesem Bereich geleistet werden soll ist nicht erkennbar.

DVSG-Stellungnahme vom 29.11.2019 zum Download