Neues aus dem Bundesverband

24.08.2020

Krebs und Armut: Gemeinsames Positionspapier der Deutschen Krebshilfe und des Hauses der Krebs-Selbsthilfe

Kategorie: Bundesverband

Gemeinsam mit dem Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e.V. hat sich die Deutsche Krebshilfe dem Thema „Krebs und Armut“ angenommen. In einer Veranstaltung, dem „Tag der Krebs-Selbsthilfe“, wurden Menschen mit Krebserkrankungen und Expert*innen zum Thema gehört. Das daraus resultierende Positionspapier wurde im Juni 2020 veröffentlicht. Mit Bezug auf das Bundesteilhabegesetz (BTHG) aus dem Jahr 2016 sowie den 2. Teilhabebericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2017 beschreibt dieses Positionspapier die aktuelle Situation im Rahmen einer Bestandsaufnahme, benennt konkrete Probleme und Defizite und stellt darauf basierend Forderungen.

Die Corona-Pandemie stellt das Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland weiterhin vor große Herausforderungen. Betroffen davon sind auch an Krebs erkrankte Menschen. Neben der onkologischen Versorgung verschärft COVID-19 häufig auch die finanzielle Situation der Betroffenen. Kurzarbeit oder sogar der Verlust des Arbeitsplatzes stellen eine zusätzliche Belastung dar. Schon vor der Pandemie stellten die Deutsche Krebshilfe und Krebs-Selbsthilfeorganisationen fest, dass bezüglich der finanziellen Situation von Menschen mit einer Krebserkrankung akuter Handlungsbedarf besteht. Sie befürchten, dass durch die Corona-Krise das Armutsrisiko weiter ansteigen könnte. In einem gemeinsamen Positionspapier weisen die Deutsche Krebshilfe und der Bundesverband – Haus der Krebs-Selbsthilfe auf Defizite hin und appellieren an Vertreter der Politik und der Sozialversicherungsträger, die finanzielle Situation dieser Personengruppe umgehend zu verbessern.

Fortschritte in der Medizin haben erfreulicherweise bei vielen onkologischen Erkrankungen zu besseren Heilungschancen geführt. Wie die Forschung zum Thema „Cancer Survivors“ belegt, ist das Langzeitüberleben allerdings häufig mit körperlichen und psychischen Einschränkungen sowie Einbußen des Leistungsvermögens verbunden. Nur 56 Prozent der berufstätigen Krebspatient*innen kehren nach der Therapie wieder vollständig in das Erwerbsleben zurück.

Studien belegen, dass eine Krebserkrankung häufig die wirtschaftliche Situation n beeinflusst – darunter junge Familien, deren Hauptverdiener*in erkrankt, Selbstständige, Einzelverdiener*innen oder Niedriglohnempfänger*innen. Das Einkommen verringert sich, die Ausgaben steigen. Darüber hinaus eröffnen sich für Menschen mit einer Krebserkrankung zahlreiche bürokratische Hürden, unter anderem in den Bereichen Krankengeld, Rehabilitation oder bei der beruflichen Wiedereingliederung.

Es ist zu befürchten, dass durch die Corona-Krise das Armutsrisiko von Menschen  mit einer Krebserkrankung weiter ansteigt. Bereits vor der Pandemie haben wir akuten Handlungsbedarf bezüglich der finanziellen Situation von Krebspatient*innen gesehen. Kurzarbeit oder sogar der Verlust des Arbeitsplatzes stellen nun eine zusätzliche Belastung dar.

Download der Stellungnahme unter www.krebshilfe.de (Informieren - Presse - Stellungnahmen)