DVSG-Mitglieder- und SozialarbeiterInnenbefragung 2015

Das Gesundheitswesen ist als Interventions- und Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit schon seit Beginn des Entstehens der Profession von hoher Bedeutung. Annähernd 56.000 Beschäftige der Sozialen Arbeit sind dort tätig (Adolph, Seibert 2016)

Die DVSG befragt regelmäßig ihre Mitglieder zu verbandlichen und gesundheitspolitisch wichtigen Themen. Ziel ist es, die Einschätzung der Mitglieder zu Folgen von gesundheitspolitischen Entscheidungen auf Patienten für die Verbandsarbeit nutzbar zu machen.

Die aktuelle Befragung wurde im Mai und Juni 2015 durchgeführt. Der Onlinefragebogen wurde mittels SoSci Survey realisiert und den Teilnehmern auf www.soscisurvey.de zur Verfügung gestellt. Die Befragung richtete sich ausschließlich an DVSG-Einzelmitglieder, die zu diesem Zeitpunkt in der praktischen Versorgungsarbeit tätig waren.

In diesem Jahr wurde die Befragung erstmals gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und dem Institut für  Medizinische Soziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der  Universität zu Köln durchgeführt.

Sie finden unter den folgenden Links drei Aufsätze aus dem FORUM sozialarbeit + gesundheit mit  Ergebnissen der Befragung zu den Themenfeldern

Verhältnis von direktem Beratungsgespräch/Klientenkontakt und mittelbar patientenbezogenen Aufgaben in der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen

Nicht-fallbezogene Aufgaben wie Mitwirkung in nicht-fallbezogenen Gremien, Vernetzungsarbeiten und Besprechungen, Öffentlichkeitsarbeit und Leitungstätigkeiten sind konzeptuell integraler Bestandteil der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen. Unsere Befragung zeigt, dass dies auch in der Versorgungswirklichkeit praktiziert wird. Sozialarbeiterische Beratung im Gesundheitswesen umfasst mehr als die direkte Beratungszeit mit den Klienten und Angehörigen. Die instrumentelle Unterstützung der Klienten durch die Erschließung von Leistungen, Formulierung von Anträgen, Widersprüchen, Absprachen mit Kostenträgern, Arbeitgebern, Organisation der Nachversorgung sowie Dokumentation und Evaluation oder ähnlichen Aufgaben finden in der Regel in Abwesenheit der Klienten statt und nehmen im Durchschnitt einen größeren Anteil der Arbeitszeit in Anspruch als das direkte Gespräch mit Klienten.

Ressourcen und Belastungen in der Sozialen Arbeit

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sozalpädagoginnen und Sozialpädagogen aus dem Akutbereich von stärkeren Arbeitsbelastungen betroffen sind und zudem über weniger Ressourcen verfügen, die diese Belastungen abmildern könnten. Im Gegensatz dazu wies insbesondere der Rehabilitationsbereich stärker ausgeprägte Ressourcen und weniger Belastungen auf, während die Psychiatrischen Kliniken meist eine mittlere Position einnahmen. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei der Betrachtung möglicher negativer Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten. Im Akutbereich klagten die Beschäftigten häufiger über Symptome emotionaler Erschöpfung, so dass hier von einem höheren Burnout-Risiko auszugehen ist. Hinsichtlich des subjektiven Gesundheitszustandes zeigten sich im Mittel zwar keine Unterschiede, die Befragten aus dem Akutbereich berichteten jedoch etwas häufiger von einem (eher) schlechten Gesundheitszustand. Auch hinsichtlich des Zusammenspiels zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben wiesen die Befragten des Akutbereiches die höchsten Konfliktwerte auf, die jedoch in den psychiatrischen Kliniken ähnlich hoch ausfielen.

Beratungsinhalte der Sozialen Arbeit bei onkologischen Patienten im Vergleich zu anderen Patientengruppen

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Tätigkeitsbereiche, Maßnahmen und besonderen Probleme bei der sozialarbeiterischen Beratung von onkologischen im Vergleich zu anderen Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Beratungsinhalte bei onkologischen und nicht-onkologischen Patienten zwar unterscheiden, aber die Unterschiede weniger ausgeprägt sind als man erwarten könnte. Lediglich die Beratungen zum Hospiz, zur AHB/Anschlussrehabilitation und zur pflegerischen Versorgung sind bei Krebspatienten erheblich häufiger als bei anderen Patientengruppen. Große Unterschiede in der Beratungshäufigkeit mit höheren Werten bei den anderen nicht-onkologischen Patientengruppen existieren wiederum vor allem bei den berufsbezogenen Themen. Dies gilt für den Akutbereich ebenso wie für Rehakliniken. Unsere Ergebnisse haben außerdem gezeigt, dass es deutliche Unterschiede bei den Beratungsinhalten von Krebspatienten in Reha-Kliniken und Krankenhäusern gibt.

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