DVSG-Manual MBOR soG

Medizinisch- berufsorientierte sozialarbeitsspezifische Gruppen (MBOR soG)

Ergebnis der Forschung und Entwicklung der letzten Jahre im Bereich der Medizinisch-berufsorientierten Rehabilitation (MBOR) ist unter anderem ein erweiterter Bedarf an Gruppenangeboten, insbesondere aus der Sozialen Arbeit. Derzeit sind Angebote der Sozialen Arbeit bis auf wenige Ausnahmen (DRV Bund 2013), noch nicht systematisch konzeptionell entwickelt. Vereinzelt finden sich Best Practice Beispiele im Praxishandbuch „Arbeits- und berufsbezogene Orientierung in der medizinischen Rehabilitation“ (Löffler et al 2012).

Vor diesem Hintergrund hat die DVSG das Gruppenschulungsprogramm "Medizinisch- berufsorientierte sozialarbeitsspezifische Gruppen (MBOR soG)" vorgelegt. Die DVSG will mit ihrem Schulungsprogramm dafür Sorge tragen, dass standardisierte MBOR Gruppenangebote der Sozialen Arbeit etabliert werden.

Mit MBOR soG wird den in der medizinischen Rehabilitation tätigen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern erstmals ein umfangreiches Manual inklusiv aller benötigten Arbeits- und Teilnehmermaterialien für die Praxis zur Verfügung gestellt.Die DVSG unterstützt damit die Entwicklung von hohen Qualitätsanforderungen an eine professionelle Soziale Arbeit im Bereich der Patientenschulungen. Die Entwicklung der Manuale wurden von der Deutschen Rentenversicherung Bund empfohlen. Ebenso wurde die Durchführung von Train-the-Trainer-Seminare begrüßt.

Die didaktische Beratung bei der Erarbeitung der Curricula erfolgte durch das „Zentrum Patientenschulung e. V.“. Die Train-the-Trainer-Seminare werden ebenfalls durch das Zentrum begleitet.

In der neuen Klassifikation therapeutischer Leistungen in der medizinischen Rehabilitation (KTL 2015) wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit der Codierung für MBOR-Gruppenangebote geben.

Die Entwicklung MBOR soG-Manuale wird fortlaufend sein. Die Erfahrungen von Anwendern der Manuale können an den Fachbereich "Rehabitation und Teilhabe" zurückgemeldet werden und somit in die weitere Entwicklung mit einbezogen werden. 

Die Inhalte der entwickelten Gruppenschulungen werden in Train-the-Trainer - Seminaren vermittelt, um eine qualifizierte Patientenschulung und Seminarleitung durch Soziale Arbeit sicherstellen zu können.  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten umfangreiche Materialen (Currikulum, Präsentationen inklusive Anleitung, Arbeitsblätter und Informationsmaterial für die an den Schulungen teilnehmenden Rehabilitanden).

Einführung und Zusammenfassung MBOR soG I - IV

Das Gruppenprogramm „MBOR soG I bis IV“ hat erwachsene Rehabilitanden aller Indikationen als Zielgruppe. Der Schwerpunkt des Gruppenprogrammes liegt auf der Auseinandersetzung mit der individuellen beruflichen Situation sowie deren Bewältigungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund der sozialrechtlichen Gegebenheiten. Die Auswirkungen des Erwerbslebens auf den Gesundheitszustand und umgekehrt die Auswirkungen der Erkrankung auf die berufliche Tätigkeit sind durchgehend Bestandteil der MBOR soG Gruppen.

Im Sinne der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) sollen alle Entscheidungen zu arbeits– und berufsbezogenen Maßnahmen gemeinsam getroffen werden. Hierbei sollen in einem kommunikativen Prozess die Vorstellungen und Erwartungen des Rehabilitanden mit dem Rehabilitationsauftrag der Leistungsträger und Leistungserbringer in Einklang gebracht werden. Daher soll sich die Methode der partizipativen Entscheidungsfindung als didaktisches Instrument wie ein roter Faden durch die Schulungsprogramme ziehen.

Die vier Schulungen bestehen aus je 3-4 Einheiten à 45 bis 75 Minuten und sind für eine Gruppe von 6 bis maximal 8 Teilnehmern konzipiert. Die Zuweisung zu den Gruppen erfolgt nach bestimmten Kriterien, die bei den jeweiligen Gruppen
angeführt werden. Die Gruppenprogramme sollten von einem Sozialarbeiter mit Kenntnissen und Erfahrung in der Durchführung von Gruppenarbeit angeleitet werden. In den Gruppen wird Soziale Arbeit ressourcen- und problemorientiert auf die individuell relevanten Aspekte der Motivierung, Beratung, Anleitung und Begleitung des Rehabilitanden ausgerichtet sein.

Die Schulungen auf einen Blick

Vier Schulungen mit zielgruppen- und bedarfsorientierten 4-6 Modulen, indikationsübergreifend

  • MBOR soG I
    Betriebliche Integration – Rückkehr an den Arbeitsplatz/zum Arbeitgeber
    Zuweisungskriterium: Erwachsene Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagenund einer absehbaren Rückkehr zum bisherigen Arbeitgeber nach langer Arbeitsunfähigkeit
  • MBOR soG II
    Berufliche Neuorientierung
    Zuweisungskriterium: Erwachsene Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagenund mit aufgehobenem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf
  • MBOR soG III
    Arbeitslosigkeit /Arbeitssuche
    Zuweisungskriterium: Erwachsene Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagenund bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit
  • MBOR soG IV
    Reha vor Rente
    Zuweisungskriterium: Erwachsene Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen und Fragen zur Erwerbsminderungsrente

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