Psychiatrie

Die Wahrscheinlichkeit, an seelischen Störungen zu erkranken, ist größer, als allgemein angenommen wird. Etwa jeder dritte Bürger hat nach Angaben der Aktion Psychisch Kranker bereits einmal im Leben irgendeine behandlungsbedürftige psychische Störung oder Krankheit durchlebt oder leidet noch an ihr. Mehr als ein halbes Prozent der Bevölkerung wird jährlich wegen psychischer Krankheiten in psychiatrischen Krankenhäusern und Abteilungen aufgenommen. Genauso viele Menschen brauchen eine längerfristige Behandlung, Rehabilitation, Begleitung und Unterstützung aufgrund einer schweren, chronisch verlaufenden psychischen Erkrankung oder Behinderung. Die Psychiatriepolitik der vergangenen Jahrzehnte war geprägt von den Reformideen der Psychiatrieenquete im Jahre 1975. Die psychiatrische Versorgung hat seither einen Reformprozess hin zur gemeindenahen Psychiatrie mit Ausrichtung an sozialpsychiatrischen Grundideen durchlaufen. Der von der Expertenkommission der Bundesregierung zur Reform der psychiatrischen Versorgung geforderte Paradigmen-Wechsel mit den Zielen

  • von der Institutionszentrierung zur Personenzentrierung,
  • von der Angebots- zur Bedarfsorientierung, 
  • von einer auf Berufsgruppeninteressen bezogenen Sichtweise hin zum mehrdimensionalen Krankheitskonzept und multiprofessioneller Behandlung 

ist bei weitem noch nicht abgeschlossen, hat aber in den letzten Jahren viel bewirkt.  

Hilfen und Unterstützungsangebote für psychisch kranke Menschen und ihre Familien sind traditionell sowohl im Gesundheitswesen als auch im Sozialwesen angesiedelt. In allen Bereichen und psychiatrischen Arbeitsfeldern ist Soziale Arbeit und psychosoziale Leistungen wesentlicher Bestandteil der Angebote. Die Fachgruppe möchte insbesondere den fachlichen Austausch zwischen der Sozialarbeit in den einzelnen Arbeitsfeldern und mit anderen Beteiligten fördern und die Qualität der Sozialarbeit in psychiatrischen Arbeitsfeldern weiterentwickeln.

Ansprechpartnerinnen aus dem Vorstand

Marion Beutner und Claudia Welk