Gesundheitsförderung

“The right to health is a fundamental part of our human rights and of our understanding of a life in dignity.” (Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights)

Gesundheit ist ein konstitutiver Bestandteil des Alltags der Menschen, der einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das gesamte Leben nimmt. Chancen sozialer Teilhabe, der Teilhabe am Erwerbs- und Konsumleben, der Freizeit und persönlichen Verwirklichung hängen mit der individuellen Gesundheit zusammen. Erwiesenermaßen sind diese in der Gesellschaft ungerecht verteilt. Damit ist Gesundheitsförderung als Querschnittaufgabe von Praxis, Wissenschaft, Forschung und Politik als transdisziplinäre Aufgabe in den Fokus der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit zu stellen.

Aufgabe des Fachbereichs „Gesundheitsförderung“ ist es gesundheitsbezogene Chancenungerechtigkeit aus Perspektive Sozialer Arbeit aufzugreifen. Er richtet sich an eine offenkundige Kritik gesundheitlicher Diskriminierung sozial benachteiligter Menschen und tritt für die Stärkung von Gesundheitsförderung als Teil der Praxis Sozialer Arbeit ein.

Gesundheitsförderung aus Perspektive Sozialer Arbeit betont die Ermächtigung der Menschen ausgehend ihrer materiellen Verhältnisse, die geprägt sind von Diversität, Pluralität, unterschiedlichen Lebenslagen und der individuellen Lebensführung. Um Gesundheitsförderung als Teil der Praxis Sozialer Arbeit zu stärken ist der Ort sowie der Alltag der Menschen zentraler Dreh-und-Angelpunkt.

Eine lebensweltorientierte Praxis von Gesundheitsförderung ist eine partizipative Praxis, in der alle beteiligten Akteure – Betroffene und Professionelle – gemeinsam nach Lösungen zur Förderung gesundheitsbezogener Chancengerechtigkeit suchen. Das Stärkt nicht nur die Autonomie der Akteure, sondern darüber hinaus ihre Kompetenzen und Möglichkeiten Gesundheit in ihrem konkreten Alltag zu entfalten.

 

Handlungsfelder von Gesundheitsförderung

Die Aufgaben von Gesundheitsförderung strecken sich weit über das Gesundheitswesen hinaus und lassen sich in den Handlungsbereichen der Gesundheitsförderung im Sozialwesen (Kinder- und Jugendhilfe, Frühe Hilfen, Behindertenhilfe, Altenhilfe, Schulsozialarbeit, Obdachlosenhilfe usw.), der Gesundheitsförderung in der Klinischen Sozialarbeit, der Gesundheitsförderung im Gesundheitswesen, der quartiersbezogenen Gesundheitsförderung und der Gesundheitsselbsthilfe wiederfinden. 

Transdisziplinarität

Der Fachbereich „Gesundheitsförderung“ bietet ein transdisziplinäres Forum für Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Forscher*innen, die sich aktiv in den Diskurs um Gesundheitsförderung aus Perspektive der Sozialen Arbeit einbringen wollen. Für die DVSG als Fachverband der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit ist es unabdingbar Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und insbesondere Praxis Sozialer Arbeit zu stärken, um die Chancen auf Gesundheit, insbesondere benachteiligter Menschen in ihrer Lebenswelt, zu erweitern. Im Rahmen des Fachbereiches möchte die DVSG mehr Einfluss auf die Bekämpfung sozial bedingter gesundheitsbezogener Chancenungerechtigkeit in Deutschland nehmen. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten lebensweltorienterter Gesundheitsförderung weiterentwickelt und das Wissen und die Kompetenzen der Sozialen Arbeit in diesem Bereich erweitert werden.

Lebensweltorientierung

Dies bezieht sich auf eine Gesundheitsförderung, die ausgehend von der Lebenswelt der Menschen versucht die Möglichkeiten gesunder Verwirklichung auf zweierlei Ebenen zu erweitern.

  1. Zum einen auf der Ebene der Fähigkeiten der Menschen
  2. und zum anderen auf der Ebene der gesellschaftlich offerierten Möglichkeiten, Gesundheit im Alltag tatsächlich entfalten zu können.

Hierzu sind strukturelle Barrieren in der Lebenswelt der Menschen zu identifizieren, ein Mangel an Ressourcen und Möglichkeiten aufzudecken sowie begrenzte Handlungsoptionen und mangelnde gesellschaftspolitische Verantwortungsübernahme zu identifizieren und in den Diskurs um Gesundheitsförderung einzubringen. 

Vernetzung & Kooperation

Mit dem Fachbereich „Gesundheitsförderung“ bietet sich die DVSG als Ansprechpartnerin für alle Fragen und Themen der Gesundheitsförderung aus Perspektive der Sozialen Arbeit an. Zu diesem Zweck steht der Auf- und Ausbau einer stabilen Vernetzung und Kooperation von Akteuren aus der Wissenschaft, Forschung, Praxis und Politik aus dem Sozial- und Gesundheitswesen im Fokus der Arbeit. Ziel ist es langfristig eine Vernetzungsstruktur zu etablieren die Gesundheitsförderung als Praxis der Sozialen Arbeit auf allen Ebenen Theorie, Praxis, Politik und Wissenschaft gemeinsam und für die Rechte aller Menschen auf Gesundheit vertritt. Damit kann der Fachbereich dazu beitragen in politischen Entscheidungsprozessen aktiv Einfluss zu nehmen, mitzusteuern und die Weiterentwicklung gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit voranzutreiben.    

Ansprechpartnerinnen:

Dr. Anna Lena Rademaker
Referentin der DVSG
Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen
T 0521 1067817 (Büro FH-Bielefeld)
anna.lena.rademaker@dvsg.org

Prof. Dr. Katrin Liel
Hochschule Landshut
Fakultät Soziale Arbeit
T 0871 - 506 419
katrin.liel@haw-landshut.de